Über TROPENFIEBER 


Folge 1:
"Die Eroberung des Amazonas"
 


Folge 2:
"Mission Südland"
 


Folge 3:
"Im Land der Kopfjäger"
 



- Intro Amazonas -
QuickTime Movie
 


Credits 


Pressestimmen 


Folge 3: Im Land der Kopfjäger
Erstausstrahlung: Sonntag, 21. September 2003, 19.30 Uhr, ZDF

Eine dreiteilige Filmreihe von Petra Höfer und Freddie Röckenhaus

Kamera (Spielhandlung): Johannes Imdahl
Kamera (Reportage): Thomas Schäfer
Schnitt: Jörg Wegner
Producer Australien: Gisela Kaufmann
Producer Indonesien / Australien: Lilliana Gibbs

Redaktion: Alexander Hesse

Drehorte: Coffs Harbour (Australien), Palangka Raya, Banjarmasin
(Borneo / Indonesien), Rabaul (Papua-Neuguinea)

Produktion: colourFIELD tell-a-vision

Als sich Alfred Russel Wallace 1854 einschiffte, um das Malayische Archipel und Papua-Neuguinea zu erforschen, konnte er nicht ahnen, daß er acht Jahre durchhalten würde. 125.000 Tier-Präparate sammelte der Privatgelehrte unterwegs und schlug sich mit dem Verkauf von Schmetterlings-Sammlungen und ausgestopften Orangutans an Museen in Europa durch. Denn Wallace hatte keine Universität oder großzügige Forschungs-Budgets hinter sich, die dem Selfmade-Wissenschaftler seine abenteuerlichen Expeditionen bezahlt hätte.

Dabei hatte Wallace zuvor schon auf einer sechs Jahre langen Amazonas-Reise unschätzbar wichtige Pionierarbeit geleistet und zahllose neue Tierarten entdeckt und beschrieben. Vor allem auf Borneo und anderen Inseln der malayisch-indonesischen Inselwelt, bewegte sich Wallace stets im land der gefürchteten Dayaks, der heimischen Kopfjäger. Doch Wallace arrangierte sich mit den Kriegern und spannte sie bisweilen sogar in seine Sammelwut ein. Wallace bahnbrechende Entdeckungen mündeten in den zentralen Thesen der späteren Evolutionstheorie.

Wallace schrieb seine Theorien im Malaria-Fieber auf und sandte sie an den schon damals bewunderten Biologen Charles Darwin im heimischen England. Darwin behauptete ein Jahr später, auf eigene Faust zu den selben Erkenntnissen gekommen zu sein wie Wallace. Er präsentierte die sensationelle Evolutionstheorie, die Abstammungslehre. Für Wallace blieb nur der Nachruhm, der Begründer der modernen "Biogeogrphie" zu sein. Heute gehen viele Historiker davon aus, daß Darwin die entscheidenden Erkenntnisse des Urwald-Praktikers Wallace gestohlen hat. Der vielleicht größte Diebstahl der Wissenschafts-Geschichte.

Während Darwin zum Superstar avancierte, schlug Wallace sich in Borneo weiter mit der Jagd auf Orangutans durch, nach denen in Europa besonders große Nachfrage herrschte. Als er einmal das Jungtier einer erlegten Orangutan-Mutter aufzuziehen versuchte, markierte das eine Wende im Denken des wahrscheinlich größten Naturforschers aller Zeiten. Die Jagd nach den menschlichsten unter den Menschenaffen jedoch mußte weiter gehen.

Im Jahre 2003 kämpft die Dänin Lone Dröscher-Nielsen um das Überleben der letzten Orangutans. In ihrer Orangutan –Klinik bei Palangka Raya, am Rande des Regenwaldes von Borneo, versorgt die ehemalige Stewardess derzeit rund 250 Orangutans, über 50 davon sind Babys. Die holländische Bos-Stiftung von Gründer Willie Smits versorgt Lone und die über 70 Mitarbeiter des Orang-Waisenhauses mit den Finanzmitteln. Die meisten Orangutan-Kinder haben ihre Mütter verloren, weil die einstigen Kopfjäger von Borneo zwar seit ein paar Jahrzehnten keine Jagd mehr auf Menschen machen, aber noch immer die "Waldmenschen" (denn das bedeutet Orangutan in der Dayak-Sprache) abschießen. Die schutzlosen Babies landen, wenn sie Glück haben, im Camp von Lone Dröscher-Nielsen. Um dort jahrelang vorbereitet zu werden auf die Rückkehr in den Urwald – oder das, was die Menschen davon übrig gelassen haben.
 
 












Fotos:
Petra Höfer
Freddie Röckenhaus
Marcus Holzner
Claus Ruegner