Erstausstrahlung am 9. März 2005, 23.30 Uhr in der ARD

Am 26. Februar 2005 findet im Rahmen des internationalen
Fussball-Filmfestivals 11-mm die Vorpremiere von "Die Todeself" in Berlin statt.

"The Fatal Eleven" - english version

Presse-Spiegel "Die Todeself"

Die Todeself ist die Geschichte eines Fußballspiels.
In einer dramatischen Rekonstruktion der Partie des ukrainischen Zwangsarbeiterteams "FC Start" gegen die deutsche Luftwaffen-Mannschaft "Flakelf" erzählt der Film vom Zusammenspiel zwischen Fußball und Nationalsozialismus, von Mut und Macht, von roten Trikots und den fatalen Konsequenzen eines Spiels.
 

Ein Film von Claus Bredenbrock

Beratung und Mitarbeit: Petra Höfer & Freddie Röckenhaus

Kamera: Axel Petrovan

Schnitt: Jörg Wegner

Ton: Alex Seidl

Sprecher: Benjamin Völz

Produktionsleitung: Svenja Mandel

Produktion: Petra Höfer & Freddie Röckenhaus

Redaktion: Beate Schlanstein, WDR


Unter Verwendung von Spielfilmausschnitten aus "Die dritte Halbzeit"
(Sowjetunion, 1962)

Es war weit mehr als ein Fußballspiel. Als am 9. August 1942 der "FC Start", die ukrainische Betriebsmannschaft der Bäckerei III in Kiew, gegen die deutsche Luftwaffenelf "Flakelf" ins Zenit-Stadion in Kiew einlief, wußten nicht nur die Kicker, was auf dem Spiel stand. Die Zuschauerränge waren bis zum Bersten gefüllt.

Am 19. September 1941 war die Wehrmacht in Kiew einmarschiert. Innerhalb von zwei Tagen brachten Sonderkommandos fast 34.000 Juden um. 630.000 sowjetische Soldaten wurden zu Kriegsgefangenen. Die Deportation der Juden und der Abtransport ukrainischer Zwangsarbeiter nach Deutschland lief auf Hochtouren. Kiew hungerte. An Fußball war unter diesen Umständen eigentlich nicht zu denken. Aber keine Seite hatte ihn ganz vergessen.

Was die Deutschen nicht wissen konnten: Hinter der Betriebsmannschaft verbargen sich die Klassespieler des schon damals überragenden Klubs Dynamo Kiew und des Lokalrivalen Lokomotive. Beiden Vereinen war der offizielle Spielbetrieb verboten. Doch der FC Start durfte mit mehreren Garnisons- und Soldatenmannschaften an einer kleinen Meisterschaftsrunde teilnehmen. Für die deutschen Besatzer ein Versatzstück, um Normalität vorzugaukeln. Fußball sollte die Nazi-Willkür mit sportiver Menschlichkeit ummänteln.

Die Mannschaft von "Start" mit ihren Dynamo-Kiew-Meisterspielern war zu jedem Widerstand entschlossen. Keiner auf dem Spielfeld konnte wissen, welche Folgen ein Sieg der Unterworfenen haben würde. "Die Todeself" erzählt die Geschichte eines ganz besonderen Spiels.


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The Fatal Eleven

Footballers Playing For Their Lives


"The Fatal Eleven" is the story of a soccer match. Reconstructing the tragic game between the forced labourer of Ukrainian team "FC Start" and the team of the German Air Force "Flakelf", "The Fatal Eleven" tells about soccer and Nazism, about courage and power, about red jerseys and the fatal consequences of a 5:3 victory.

It was much more than just a soccer match, when on the 9th of August 1942 the "FC Start”, the Ukrainian workers of the "3rd bakery unit", entered the pitch of the Zenit stadium in Kiev to play against the team of the German Air Force "Flakelf" - everybody in the Zenit Stadium knew what they were playing for. The spectator stands were packed with people.

A year before, on the 19th of September 1941 the German Wehrmacht marched into Kiev. Within two days Nazi regime murdered nearly 34.000 Jews. 630.000 Soviet soldiers became prisoners of war. The deportation of Jews and Ukrainian forced labourers to Germany was running at full steam. The citizens of Kiev were starving. No one could think about playing soccer under such appalling conditions. Yet, no one forgot this sport.

What the Nazis could not know: hidden behind the bakery forced labourer’s team were some of the best soccer players of Dynamo Kiev, the leading Soviet soccer club, and of his local rival club Lokomotive. Both clubs were officially banned from the soccer all league in the Nazi occupied territories. But the "FC Start” was allowed to compete with some garrison and soldier teams. The soccer matches were meant to pretend business as usual in wartime. Soccer was supposed to cover Nazi disposal with sportive humanity.

The "FC Start" club with his Dynamo Kiev champions was determined to play to win. No one on the pitch could imagine what a victory of the suppressed ones would lead to. "The Fatal Eleven" tells the true story of a very special match.



A film by Claus Bredenbrock
Production: colourFIELD, Petra Höfer & Freddie Röckenhaus
On behalf of WDR, 2005
With the use of footage from the Soviet film of 1962 "The Third Period".


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Presse-Spiegel "Die Todeself"


Die Todeself ist ein sehr verdientsvoller Film. Um den Sport in der NS-Zeit kümmern sich hiesige TV-Sender sonst selten.
Süddeutsche Zeitung


Wie perfekt der Fußball zur Mythenbildung taugt, das beweisen die "Todesspiele" von Kiew 1942, als eine Flak-Elf des deutschen Besatzers zweimal antrat gegen eine ukrainische Auswahl, die danach – so will es die Legende – ermordet wurde, weil sie den Besatzer besiegt hatte. Diese zweimal 90 Minuten und ihre verwirrenden Begleitumstände sind noch Jahrzehnte später präsent:" Im Krieg wurden hier unsere Fußballer erschossen, weil sie gegen die Deutschen gewonnen hatten", sagt ein ukrainischer Teenager in der beeindrucken Dokumentation Die Todeself.
Frankfurter Rundschau


Bredenbrocks Film lebt von den Erinnerungen der Zeitzeugen und von den Ausschnitten aus dem zwar propagandistisch verfälschten, atmosphärisch dennoch beeindruckenden Sowjet-Film "Die dritte Halbzeit" von 1962 über die Fußballer des FC Start. Ihr Schicksal wurde in der früheren Sowjetunion schnell zur sozialistischen Heldensaga. Es hieß, alle FC-Start-Fußballer wurden als sozialistische Märtyrer gefeiert, aber auch als Kollaborateure gebrandmarkt, weil sie mit dem Klassenfeind Fußball gespielt hatten. So erzählt der Film auch davon, wie die Spieler zum zweiten Mal zwischen die Fronten gerieten. Dabei hatten sie eigentlich nur ein Fußballspiel gewonnen.
TAZ


Sein wohltuend stiller, mitunter gerade zu nüchtern erzählter Film verlässt sich stattdessen auf die historischen Fakten."
Financial Times Deutschland


Eine erschütternde Dokumentation, die nicht nur Fußball-Reportern ans Herz zu legen ist, die gern in Kriegsmetaphorik verfallen und von "Schlachten" und "tödlichen Pässen" faseln oder "Kicker um ihr Leben rennen" sehen.
Kölner Stadt Anzeiger


Sehenswerte ARD-Doku über das mörderische Fußballspiel 1942 in Kiew.
Berliner Zeitung


Es war das dramatischste Fußballspiel aller Zeiten – jetzt wird seine Geschichte im Fernsehen erzählt: Am 9. August 1942 trafen in Kiew die deutsch Luftwaffen-Elf "Adler" und die ukrainische Betriebsmannschaft "FC Start" aufeinander. Die Deutschen hatten im Jahr zuvor das Land besetzt, die Partie sollte Normalität vorgaukeln.
Münchener Abendzeitung


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