Sind wir nicht alle ein bißchen Wooloomooloo ?





Mitwirkende:

Paul Hogan
("Crocodile Dundee")
Rene Rivkin
(Börsen - Guru)
Thomas Keneally
(Autor von "Schindlers Liste")
Sarah O´Hare und Eva Herzigova  (Supermodel)
Dare Jennings (Surfwear - Millionär)
Sally und Duncan Mount (Besitzer von Sydneys prachtvollster Villa, "Boomerang")
Dino Burattini
(Star - Architekt)
Prinz Lorenzo Montesini (Gesellschafts - Held)
Graham Richardson (Bürgermeister des Olympischen Dorfes, Ex - Minister, Radiomoderator)

u.v.a.m.

Ein Film von Petra Höfer und Freddie Röckenhaus
sowie Francesca D‘Amicis

Erstausstrahlung: 10.September 2000

45 Minuten

Kamera: Thomas Schäfer sowie Paul Ree
Schnitt: Jörg Wegner

Redaktion: Peter Arens (ZDF)

Die 13. Folge der im vergangenen Jahr für den Grimme-Preis nominierten Dokumentarreihe "Mondän!" bietet zum Auftakt der olympischen Spiele Einblicke ins alltägliche Leben der nicht ganz so feinen Kreise. Wo Schwerstreiche noch surfen und aus Tellerwäschern tatsächlich Millionäre werden.

Die feine Gesellschaft von Sydney? "Crocodile Dundee"-Darsteller und -Schöpfer Paul Hogan kann darüber nur lachen. "Gibt es die?", fragt der weltweit bekannteste Australier, der mit seinen beiden Filmen über den Krokodil-Bändiger aus dem australischen Outback zum Multimillionär geworden ist. "Wenn ja, dann haben sie mich nie mitmachen lassen."
Ob es eine feine Gesellschaft im Eldorado der Glücksritter, in der Olympiastadt Sydney, tatsächlich gibt, dieser Frage gehen Petra Höfer und Freddie Röckenhaus gemeinsam mit Co-Autorin Francesca D’Amicis in der neuesten Ausgabe der ZDF-Erfolgsreihe "Mondän!" nach. Hollywood-Star Paul Hogan etwa ist in Sydney geboren und hat ein Jahrzehnt seines Lebens als Gerüstbauer auf der berühmten Harbour-Bridge gearbeitet, ehe er im Show-Business reich und berühmt wurde. Aber für die feinen Zirkel von Sydney hat er sich nie interessiert. Stattdessen berichtet er von seinen gerade angelaufenen Dreharbeiten zum lange ersehnten dritten "Crocodile Dundee" - Spielfilm. Diesmal wird der Super-Australier Mick Dundee zwischen Sydney und Los Angeles pendeln.
Mondän! Sydney zeigt das Portrait einer Stadt, die als Sträflingskolonie gegründet wurde und deren Bevölkerung bis heute zum Großteil aus Nachfahren jener "convicts" besteht - und natürlich aus Einwanderern, die als Habenichtse nach Sydney kamen und von Tellerwäscher-zum-Millionär-Karrieren träumen.
Auch Thomas Keneally, Autor der Romanvorlage zu Steven Spielbergs Film "Schindlers Liste", ist stolz darauf, ein Nachkomme irischer Sträflinge zu sein. Sein Buch und die Filmrechte für "Schindlers Liste" haben den gebürtigen Sydneysider zu einem vermögenden Mann gemacht. Doch, sagt Schriftsteller Thomas Keneally, während er auf der Terrasse seines Strand-Hauses freilebende Papageien füttert, Sydney habe schon eine High Society. Aber das seien entweder Neureiche ohne Stil oder eben Nachfahren jener Sträflinge, die die britischen Kolonialherren einst nach Australien entsorgt hatten. Beide findet Thomas Keneally nicht wirklich "vornehm".
Dabei gibt es jede Spielart von reichen Leuten im reichen Sydney: Rene Rivkin zum Beispiel, stets Zigarre-paffender Sohn russischer Exilanten, ist der Börsenguru der Stadt. Den ganzen Tag kreuzt er auf seiner Yacht durch Sydneys weitverzweigten Naturhafen, macht per Handy seine Geschäfte, ißt zu Mittag mit Super-Model Eva Herzigova, beäugt von bettelnden Pelikanen, wirft zwischendurch sein Anti-Depressivum "Prozac" ein und fliegt abends mit dem Hubschrauber, der auf dem Achterdeck geparkt ist, zurück zu seiner Villa.
Oder Duncan Mount und seine Frau Sally, ein ehemaliges Top-Model, die erst vor zwei Jahren aus Hongkong zurückgekehrt sind und sich sofort die schönste Villa der Stadt, direkt am Wasser, ausgesucht haben. "Ich habe einfach angeklingelt," erzählt Investment-Broker Duncan, "und habe den Vorbesitzern 15 Millionen Dollar geboten. Das hat sie überzeugt." Das Wohnzimmer der Mounts ist so spektakulär, daß Tom Cruise eine Szene für "Mission Impossible 2" darin gedreht hat.
Die 13. Folge der 1999 für den Grimme-Preis nominierten "Mondän!"-Reihe führt aber auch in die vielleicht schönste Stadt der Welt. Mit Wellenreitern, Kakadus und wunderschönen Frischluft-Bildern von Sydneys Stränden. Und - wie gewohnt - spektakulären Hubschrauber-Aufnahmen.