ARCHIV - "Der kleine SNOB / Le petit SNOB"


15. November 2003, 16.45 Uhr auf ARTE
Die Themen:

Zu Besuche bei Baron Andrea Franchetti im toskanischen Val d´Orcia. Hier gründete der ehemalige Jetsetter vor gut zehn Jahren, von einem Tag auf den Anderen, ein Weingut und kreiert seitdem einen der besten Weine der Welt. Der Selfmade-Winzer hat sich seine Rebstöcke eigens vom französischen Blanquefort-Institut im Labor der Universität von Bordeaux klonen lassen. Und da der Baron eben immer alles etwas anders macht, bringt sein Weingut mit voller Absicht nur ein sechstel des sonst üblichen Ertrages von 9000 Kilo Trauben pro Hektar und nur 35.000 Flaschen, des fast schwarzen Franchett-Spitzenweins, dürfen das Weingut Trinoro Jahr für Jahr verlassen.

Im SNOB appeal der Pseudo-Füller aus dem Hause Montblanc. Obwohl keine Tinte mehr fließt und man mit dem Touchpen nur auf zu klein geratenen Tasten oder Displays eines Organizers herumtippt, verleiht er dem digitalen Wahnsinn eine ganz eigene Handschrift. Einen Nachteil hat der Luxus Stift, der auch nicht mehr kann als jeder Plastic Pen, jedoch, mit bis zu 5000 Euro ist er deutlich teuerer als der Mini-Computer für die Handtasche, den man damit bedient.

Rund um den Erdball jammern Prominente und Schwerreiche, wie schwer gutes Hauspersonal zu bekommen sei. Seit über 500 Jahren dient der englische Butler mit mit Diskretion und makelloser Haltung - und die besten Butler kommen dabei selbstverständlich aus London. Die Grundausbilung in der Londoner International School for Butlers beginnt mit der genauen Inspektion der Fingernägel. Wer hier sechs Wochen seines Lebens für den Intensiv-Kurs investiert erhält eine Art weltweites Qualitätssiegel für perfektes Hauspersonal - den "british trained butler". Schulleiter Ivor Spencer kennt alle Tricks, schließlich hat er in seiner aktiven Laufbahn so ziemlich alles umsorgt was Rang un Namen hat - von Diplomaten über Top Manager bis hin zu den Häuptern des Buckingham Palace.

Im Snobcheck steht der russisch-deutsche DJ und Pop-Literat Wladimir Kaminer Rede und Antwort zu unserem Fragebogen.

Unser Kraut der Woche, durch den deutschen Starkoch Eckhard Witzigmann wiederentdeckt, unterscheidet sich vom hübschen, aber leider giftigen Maiglöckchen nur durch seinen Duft nach Knoblauch. Und wie seine knolliger Verwandter kann Bärlauch den Blutdruck senken und hilft zudem noch gegen Arteriosklerose.

Der Kleine Snob macht, mit dem langjährigen Greenpeace-Chef und Gründer der Verbraucherorganisation Foodwatch Thilo Bode, einen Bummel durch den Supermarkt. Denn bei dem ganzen Etikettenschwindel in Deutschlands Supermärkten braucht es schon einen Experten. Allzu viele Produkte aus den Laboren der Nahrungsmittel-Industrie tun so als kämen sie gerade frisch vom Bauernhof. Bode schaut hin, wo der normale Verbraucher nicht hinschaut - auf das Kleingedruckte - und er weiß, dass ein Erdbeerjoghurt der besseren Kategorie gerade mal ein Sechstel einer Erdbeere enthält.. Und so landen Aromen, die zum Beispiel aus Sägespänen hergestellt werden in unserem Frühstücksjoghurt. Der Kund hätte es gerne gesund und billig und daher landen immer mehr synthetische Produkte die auf ihren Etiketten Bauernhof-Romantik und frische Zutaten vorgaukeln in den Supermarktregalen. Generell gilt pure Produkte sind besser als solche mit mehreren Inhaltsstoffen und besseres Essen kostet eben etwas mehr. Aber wer auf Emulgatoren, Konservierungsstoffe und Synthetik-Aromen überteuerter Fertigprodukte verzichtet, kann sich auch Bio-Fleisch leisten.

Das Ding von Übermorgen: Die moderne Kompaktanlage von heute hat schon etwas mehr drauf als das einfache abspielen von CDs. Auf der integrierten Festplatte etwa lassen sich direkt aus dem Radio oder von CD bis zu 220 Stunden der Lieblingsmusik speichern.

Und zum Schluß: der kleine Stilberater mit Designer-Star Wolfgang Joop. Heute mit Monsieur Joops Anmerkungen zum Thema "Förmlichkeit".









ALLE SENDUNGEN

SERVICE-LINKS

TRAILER (QuickTime)