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Geld war zwar auch ein Thema dieser packenden und urkomischen Reportage, spielte aber kaum eine Rolle. So bereichernd kann Realsatire sein, dass kein Neid aufkommt, nur
wieder Lust auf Mondänes gleicher Machart. Interessant und informativ war diese kurze Begegnung mit ungewöhnlichen Typen. Die Krönung: Prinz Lorenzo Montessini, von Beruf Steward und gefragter Gast - weil er Lady
Primrose Potter nicht geheiratet hat und mit dem männlichen Trauzeugen durchbrannte. Eine kurzweilige Klatschsendung, aber mit Niveau. Es ist immer wieder verblüffend, wie Freddie Röckenhaus und Petra Höfer Zutritt zu den Domizilen der High Society bekommen. Und es ist immer wieder erfrischend, wie gelassen
und souverän sie mit dem Bildmaterial umgehen. Die vorzüglichen Bilder von Kameramann Thomas Schäfer werden respektlos durcheinander gewirbelt, so dass die
Gesprächspartner gleich mit vom Sockel purzeln. Die lockeren Interviews sind von der Sonne beschienen, lockende Motive von Strand und Surfen (unerhörterweise mit "Beach Boys"-Sound!) wechseln mit aufregenden
Nachtbildern ab. Die 45-minütige Dokumentation will aus Sydney nichts herausholen, was nicht drinsteckt. Also keine High Society, aber sympathische Leute, die wissen, für
welchen Wohlstand sie arbeiten. Augenzwinkernd berichteten die Autoren Petra Höfer und Freddie Röckenhaus von den (Neu-)Reichen und Schönen in Sydney, die so herrliche Probleme haben wie der
durchschnittsverdienende bundesdeutsche TV-Zuschauer eher selten. Was das Vergnügen beim Hingucken allerdings nur noch erhöhte. Nein, warum der Bumerang krumm ist oder das Känguru einen beutel hat, darum ging es in der neuen Folge der renommierten Society-Reportagereihe"Mondän" nicht. Petra
Höfer, Freddie Röckenhaus und Francesca DOEAmicis ging es wieder einmal um schönstes Glamourwatching. Trotz dieses freundlichen Blicks aufs Schöne blieb der Film
keineswegs an der Oberfläche. Aus den Statements von Schauspieler Paul Hogan, Börsenmaklern und anderen Mitgliedern der Sydney-Elite bildete sich durchaus ein Eindruck
vom Lebensgefühl der Leute. Wie gut, dass man im ZDF schon vorab Informationen über die Olympiastadt lieferte, 45 Minuten am Stück und von hohem Neuigkeits- und Unterhaltungswert. Nein, versichert Australiens Aktienkönig, Geld mache nicht glücklich; aber es garantiere eine wesentlich angenehmere Form von Unglück. Solche Sätze sind typisch für
"Mondän!", jene ZDF-Reihe, die zunächst bloß in Europa, in der zweiten Staffel dann weltweit dem Luxus seine schönsten Seiten abgewonnen hat. Aufnahmen von Surfern im Mondlicht oder Sydneys glitzernde Skyline aus dem Hubschrauber machen auch diese Folge von Mondän! wieder zum Augenschmaus. Tiefere Einblicke hinter die Kulissen der oberen Tausend von Sydney gestatten uns die Autoren nicht. So fällt das Resultat ihrer Reportage denn auch eher bescheiden aus: Mehr
als schöne Postkarten-Bilder und ein bißchen Klatsch&Tratsch mit süffisantem Unterton wird in 45 Minuten nicht geboten. Die Autoren der für den Grimme-Preis nominierten"Mondän"-Reihe führen dahin, wo heute noch Tellerwäscher zu Millionären werden, treffen Börsianer in Villen und einen
ägyptischen Prinzen, der beinahe in die beste Familie des Landes eingeheiratet hätte. |