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Nicht nur unterhaltsam, sondern auch amüsant ist "Mondän!" immer dann, wenn sich die Reichen und Superreichen selbst auf die Schüppe nehmen. "Togal Schmidt" auf die Frage, wo auf Sylt er denn am liebsten hingehe: "Ins Bett! epd-Medien
Mit bekannten VIP-Magazinen hat die ZDF-Reihe "Mondän!" nichts gemeinsam. Vielmehr werfen die Autoren Petra Höfer und Freddie Röckenhaus einen kritischen Blick auf die Feriendomizile, an denen sich die "Bussi-Gesellschaft" alljährlich vergnügt.
Auf welche Weise grenzt sich der Geldadel heute gegenüber dem vorwitzigen Pöbel ab? Wie hat sich der Jetset in den vergangenen dreißig Jahren verändert? Diese Fragen verfolgt die sechsteilige ZDF-Sendereihe "Mondän!".
Unterlegt von cooler Strandmusik schwelgt die Kamera in den entsprechenden Symbolen. Dazwischen parlieren Leute, die vermutlich mehr Geld in einem Jahr ausgeben, als der bedauernswerte Rest der Menschheit im ganzen Leben.
Der Zuschauer wird zugeschüttet mit Bildern von allem, was nicht immer gut, aber teuer ist. Das Auge ertrinkt in Luxus. (...) Die Autoren bekamen beinahe jeden vor die Kamera, den man sonst nur aus der Regenbogenpresse kennt.
Wenn Höfer und Röckenhaus hier möglicherweise auf so etwas wie Selbstentlarvung gesetzt haben sollten, schätzen sie das Publikum einfach falsch ein. Die werden sich die schickgestylten Bilder reinziehen, als sei es die natürliche Fortsetzung von "VIP-Schaukel" oder Alida Gundlach.
Die neue ZDF-Reihe fiel angenehm aus dem Rahmen sonstiger Promi-Magazine. Kein sinnleeres Preisen der Naturschönheiten, nerviges Duzen der Berühmtheiten oder Aufzählen von Menüfolgen. Dafür ein Blick hinter die Kulissen.
Die Autoren gingen sparsam, aber wirkungsvoll mit ihren ausgefeilten Kommentaren um, gespickt voller Ironie und Witz. (...) Eine gelungene Reportage aus dem Jetset, nicht zuletzt wegen der Distanz, die sich die Autoren auferlegt haben. Eine Alternative zu Alida Gundlachs anbiedernder Promi-Show.
Was Alida Gundlachs Streifzüge für die ARD, ist "Mondän!" im Programm des öffentlich-rechtlichen Konkurrenten ZDF. Doch die sechsteilige Reihe, eröffnet mit einem Beitrag über Saint Tropez, erweist sich als ungleich seriöser. (...) Eine sehr informative, alles andere als anbiedernde Episode, die neugierig macht auf weitere Folgen.
Der Cresta-Club zum Beispiel ist ein elitärer britischer Zirkel übergeschnappter Promis, die sich bäuchlings eine Eisrodelbahn hinunterstürzen. (...) Die ironischen Kommentare deuten darauf hin: Das muß doch Realsatire sein...
Die Ironie im schicken Bericht von Höfer & Röckenhaus ergibt sich aus den Aussagen der Promis selbst.
Schlaglichter auf eine Lebensart, die es sonst nur in Seifenopern gibt.
Schönheit, Reinheit und Wahrheit gibt es nur noch als Karikatur. "Der Kitzel ist weg." Diesen Kulturbruch am Reiseziel der Happy-Few haben Freddie Röckenhaus und Petra Höfer in ihrer Reihe mit diskreter Ironie und geneigter Distanz aufgezeichnet.
Der Auftaktfilm über Saint Tropez ist etwas unironisch - die nächsten fünf Folgen sind jedoch deutlich besser.
Unterhaltsamer Tratsch!
So war es wohl tatsächlich an der Zeit, daß sich das Fernsehen einmal jenseits aller Prominentenhätschelei à la "Leute heute" mit der "Normalität des Reichseins" befaßte, wie es jetzt die ZDF-Dokumentarreihe "Mondän!" tut. (...) Eines jedenfalls ist der Luxus auf keinen Fall mehr, nämlich ein "sozialer Skandal" - und nur, wer dies nicht begriffen hat wie etwa die Programmillustrierte "TV Today", kann sich ernsthaft über "Mondän!" mokieren...
Für "Mondän!" beleuchteten Petra Höfer und Freddie Röckenhaus den Jet-Set des teuersten deutschen Dorfes. Ein erfrischend cool-ironischer Film über die Sylter Schickeria.
Der Stil ihrer Show heißt nicht Voyeurismus, sondern Understatement. Röckenhaus und Höfer bewahren stets einen Sicherheitsabstand zum Objekt ihrer Betrachtung. (...) In seinen besten Momenten wird "Mondän!" von einem sanft ironischen Wellengang umspült. Röckenhaus und Höfer liefern Hochglanztableaus aus einer Hochglanzwelt, dezent kommentiert und impressionistisch illustriert. Alles ist perfekt angerichtet.
Schöne Aufnahmen, platte Klischees.
Was es zu sehen gibt, ist und war immer ein Thema für Hochglanz-Illustrierte und Yellow-Press - und bleibt deshalb nicht weniger ernüchternd.
In ! Top-Quoten bis 4,5 Millionen Zuschauer für die glänzend recherchierten (über 15 Monate) ZDF-Reports aus St.-Tropez, Monte Carlo etc. Bitte mehr davon!
Ein Augenschmaus in sechs Gängen. (...) Angenehm ist die neutrale Distanz von Höfer und Röckenhaus, die selbst die oft sinnlose Prasserei und die dummen Streiche der Reichen nicht zum Anlaß nehmen, die Menschen bloßzustellen. Sie zeigen sie bloß...
Schon der Vorspann gibt einen Vorgeschmack auf die optische Qualität der Reihe. Die Kombination von Bildern und Musik, die Teilung des Bildschirms, die sympathische Verspieltheit geben Tonfall und Machart von "Mondän!" vor. (...) "Mondän!" besticht durch eine optische Qualität, deren Brillanz dem gezeigten Glitzer und Glamour in nichts nachsteht.
Der Mythos Saint-Tropez erwies sich als guter Start der neuen Reihe MONDÄN!, die sich unverblümt, entlarvend, aber ohne spekulativ zu wirken, den Jet-set vornahm. Die Saint-Tropez-Edelgäste sprachen für sich...
Diesem Film fehlte es einfach an nichts - Geld, schöne Frauen, reiche Männer, tolle Autos, geile Parties.
Für den ersten Teil der hochglanzbebilderten Luxus-Schau zog es die Autoren nach Saint Tropez, den ausgelassensten der ausgewählten Orte, deren Namen bei engagierten Gesellschaftskritikern noch heute Magenkrämpfe auslösen...
So sah und hörte man lauter Dinge, die man gar nicht wissen wollte. Und doch bereitet es ein kaum zu leugnendes Vergnügen, hin und wieder einen Blick in die Welt des teuren Fadenscheins zu werfen.
Jenen jungen Schweizer Unternehmensberater und Multimillionenschwengel, der mit affektiertem Grinsen vom glücklicheren Leben eines Züricher Straßenkehrers schwadronierte - den hätten wir doch gerne schnell mal über die Yachtkante gekippt.
Und doch haben es die Autoren Petra Höfer und Freddie Röckenhaus geschafft, kritische Distanz zu wahren. Die Verschwender entlarvten sich selbst. Wenn ein afrikanischer Präsidentensohn seinen exaltierten Lebensstil präsentiert, muß man keine Bilder von hungernden Kindern zeigen, um die Perversion deutlich zu machen.
Wer sich eine Hotelsuite für 5000 Mark pro Nacht und eine Flasche Wein für ungefähr 1500 Mark leisten kann, ist in St. Moritz gut aufgehoben. (...) Darüber wußte Petra Höfer recht charmant zu plaudern.
Was den Menschen am TV trösten durfte: Ob all diese "feinen" Leute immer auch wirklich glücklich sind, scheint nach der Demonstration von Polarfuchs-Mänteln, Champagnerkübeln und bäuchlings die Cresta-Bahn herabdonnernden Jet-set-Youngsters und -Oldies doch sehr die Frage. |