Expedition ins Gehirn 


Folge 1:
"Gedächtnis-Giganten"
 


Folge 2:
"Der Einstein-Effekt"
 


Folge 3:
"Der Große Unterschied"
 



Pressestimmen 


Credits 


Beautiful Minds 
A Voyage Into The Brain 
english version 



Links 


- Startsequenz Folge 1 -
QuickTime Movie
 


DVD zur Sendereihe
(hier bestellen)

 



Folge 2: Der Einstein-Effekt

Matt Savage war ein seltsames Kind. Bis er vier war, durfte ihn nicht einmal seine Mutter anfassen. Beim kleinsten Geräusch bekam er Schreikrämpfe. Matts Eltern bekamen bald die Diagnose des Kinderarztes: Matt sei Autist. Man müsse sich mit Fehlschaltungen seines Gehirns abfinden, die zu extremen Verhaltensweisen führen.

Als Matt Savage 6 war, brachte er sich mehr oder weniger über Nacht das Klavierspielen bei. Mit 7 begann er zu komponieren - Jazz. Im selben Jahr erschien seine erste CD mit eigenen Kompositionen. Am Tag vor seinem 13. Geburtstag tritt Matt Savage in New Yorks berühmtestem Jazzclub, dem "Birdland" auf. Jazzlegenden wie Chick Corea nennen ihn ein Jahrhunderttalent. "Aber woher", fragt Dr. Darold Treffert, ausgezeichnet als einer der 100 besten Ärzte der USA und weltweit bedeutendster "Savant"-Spezialist, "nimmt Matt Savage sein Wissen über Musik? Gibt es einen musikalischen Chip im Gehirn, auf dem alles schon vorgespeichert ist? Und wir haben nur normalerweise keinen Zugang dazu? Wie kann Matt all das über Musik wissen, wenn er es nie gelernt hat?"

Nicht weniger verblüffend sind die Künste von Stephen Wiltshire. Der Londoner, mit 3 ebenfalls als autistisches Kind diagnostiziert, fliegt für "Expedition ins Gehirn" knapp 45 Minuten lang mit einem Helikopter über Rom. Anschließend soll er ein 5 Meter langes detailgetreues Luftbild-Panorama der ewigen Stadt zeichnen - aus dem Gedächtnis. Denn Stephen ist ein Zeichen-Savant, dem ein ähnliches Kunststück schon in seiner Heimatstadt London gelungen ist. Damals hat er selbst die Zahl der Fenster von wichtigen Gebäuden exakt gezeichnet.

Der Dubliner Hirnforscher Prof. Michael Fitzgerald vertritt die Theorie, daß herausragende Kreativität sehr häufig mit den Fehlschaltungen von Autisten zusammengeht. Einstein, Newton, Mozart und Beethoven, so sagt Fitzgerald, seien extreme Begabungen gewesen, weil ihre Gehirne falsch verkabelt waren. Irgendwie so, wie die von Matt Savage und Stephen Wiltshire.

An der Universität Sydney versucht Prof. Allan Snyder deshalb, bei Versuchspersonen Teile des Hirn zeitweilig zu lähmen, um aus ihnen eine größere Kreativität herauszuholen: "Faszinierend", sagt Snyder, "daß man Teile unseres Gehirn abschalten muß, damit unsere schöpferischen Kräfte sich entfalten können." Doch Snyders Experimente sind höchst umstritten.


zurück nach oben
 
 


Matt Savage


Stephen Wiltshire




Prof. Allan Snyder


Alonzo Clemons


Stephen Wiltshire