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Autorin: Francesca D'Amicis / colourFIELD
Kamera: Patrick Brandt, Johannes Imdahl und Bernd Beckschulte
Beratung und Produktion: Petra Höfer und Freddie Röckenhaus
Redaktion: Alexander Hesse, ZDF
Erstsendung:
Die., 6. August 2002 , 22.45 Uhr im ZDF
(in der Reihe "37 Grad")
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Steffen ist Zivildienstleistender und eine kleine Intelligenzbestie mit Einser-Abitur. Er gilt als sanft, redselig und kontaktfreudig. Im Internet aber wird
aus dem sanften Steffen der gefürchtete "Hellwoofer" und er spielt mehrere Stunden täglich das wüste Computerspiel "Counterstrike".
Das weltweit beliebteste Online-Spiel ist spätestens seit der Tragödie von Erfurt zum Streitobjekt geworden: Der Amokläufer von Erfurt wurde als begeisterter "Counterstrike"-Spieler geoutet - seine Vorgehensweise beim Anschlag auf seine Schule habe Elemente des Computerspiels
nachgeahmt. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften hat - wenige Wochen nach Erfurt - einen Verbotsantrag gegen "Counterstrike" zwar abgelehnt. Eltern und Pädagogen bleiben jedoch skeptisch. Zur Welt der Online-Gamer haben sie keinen Zugang.
Bei "Counterstrike", dem weltweit beliebtesten von allen Online-Computerspielen, kämpft eine virtuelle Anti-Terror-Einheit gegen ein
Terroristen-Kommando. Gewonnen hat, wer zuerst alle Figuren des Gegners erschossen, in die Luft gesprengt oder sonstwie massakriert hat. Für
"Hellwoofer" alias Steffen ist es nichts als ein Spiel, das enorme Fähigkeiten erfordert. Allein in Deutschland sind täglich weit über 100.000 Spieler
online, oft sogar bis zu einer halben Million gleichzeitig.
"Counterstrike" wird nicht nur per Internet, sondern mit Vorliebe auf sogenannten LAN-Parties gespielt, wo hunderte von Computern miteinander
vernetzt werden. Es spielen dann immer zwei Teams mit je fünf Spielern simultan gegeneinander. Die Reportage "Erschießt alle!" begleitet Steffen,
der Mitglied der besten deutschen Mannschaft "mortal Teamwork" ist, zum größten deutschen Wettbewerb. Über 2000 Counterstrike-Fans haben
sich in der Lokhalle Göttingen zu einem dreitägigen Marathon-Wettkampf getroffen. Die fast ausschließlich jungen und sehr jungen Spieler
übernachten auf Matratzenlagern in der Halle.
Die in hyper-realistischer Computer-Grafik von "Counterstrike" dargestellten Gewalt-Szenen, die die Spieler interaktiv in Gang setzen, sind Spielern
wie Steffen "nicht so wichtig". Es gehe um Dynamik und faszinierende Spannung des Spiels - und die Grafik-Funktion des spritzenden Blutes aus
getroffenen Figuren werde von guten Spielern sogar oft abgestellt. Allerdings nicht aus Pietäts-Gründen, sondern weil das Spiel ohne Blutspritzen
schneller läuft.
Ein Trip in die unbekannte Welt von "Hellwoofer" und hunderttausenden von jungen "Counterstrike"-Kriegern.
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