Zugvögel


DER KAMPF UMS ÜBERLEBEN
45 MINUTEN FÜR TERRA X

Vogelzug war schon immer eine Frage des Überlebens. Nur wenn es sich lohnt, lernen Tiere im Laufe der Evolution zu wandern - meist auf der Suche nach Nahrung oder besseren Brutrevieren. Doch Zugvögel leben heute gefährlich. Im Anthropozän - im Zeitalter der Menschen - sind die Todesraten unter Langstreckenziehern in schwindelnde Höhen gestiegen: Biotope verschwinden, Vögel werden gejagt oder verenden in Hochspannungsleitungen. Bei vielen Zugvogel-Arten überleben 80% der Jungvögel nicht mal das erste Jahr.

Die Tundra, in der Bless- und Nonnengänse am liebsten brüten, reichte am Ende der Eiszeit noch bis nach Köln. Heute ziehen die Gänse von Westeuropa, wo sie den vergleichsweise milden Winter verbringen, über Tausende von Kilometern bis an den Polarkreis - am liebsten auf die Insel Kolgujew in der Barents See. „Geheimnis Vogelzug“ ist mit hochauflösenden Kameras am Boden und in der Luft dabei, wenn sich die Küken in ihren „Daunenmänteln“ bei eisigem Wind aus dem Ei pellen - und die Eismöwen ihre ersten Raubzüge starten.

Und auch wenn in der Dämmerung über Rom Hunderttausende von Staren gigantische Wolken und Schläuche bilden, als folgten sie einer unsichtbaren Ballett-Choreographie, geht es in Wirklichkeit - ums Überleben. Mit solch pfeilschnellen Formationsflügen wehren kleinere Vögel in großen Schwärmen Raubvögel ab, die etwa an den Schlafplätzen der Stare am Tiber lauern. „Geheimnis Vogelzug“ hat den spektakulären Überlebens-Tanz der Stare erstmals aus der Luft gedreht.

Genau wie die Winterreise der Waldrappe nach Italien. Den drollig aussehenden Ibis-Vögeln wurde ihre große Zutraulichkeit bereits im 17. Jahrhundert zum Verhängnis. Als leichte Beute für Jäger waren sie bald komplett ausgerottet. Heute wird dieses Manko zum Vorteil: Von Hand aufgezogen folgen junge Waldrappe ihren menschlichen Zieh-Eltern, selbst wenn die in einen Ultraleicht-Flieger steigen und von der deutsch-österreichischen Grenze in die Toskana reisen - ins Überwinterungsrevier. Schon auf dem Rückweg finden die Waldrappe dann ihren Weg allein – ein Beleg dafür, wie tief das Zugprogramm als Überlebensstrategie eingebrannt ist.

Doch von 20 Milliarden Singvögeln weltweit sterben inzwischen jedes Jahr 10 Milliarden. Die meisten Vögel, die wir aus unseren Gärten kennen, ziehen über unsere Köpfe, wenn wir schlafen. Im Schutz der Dunkelheit entgehen sie am ehesten Raubvögeln und Überanstrengung. Welche Gefahren ihnen dennoch auf der langen Reise drohen, macht eine Animation der nächtlichen Massen-Wanderung sichtbar. Denn was Vögel im Laufe der Evolution gelernt haben, können sie auch wieder verlernen - wenn es dem Überleben dient. Peter Berthold, Deutschlands Guru unter den Vogelforscher, sagt im Film: „Meine persönliche Prognose ist, dass wir, wenn die Klimaerwärmung so weiter geht wie jetzt, in 100 Jahren bei uns keine Zugvögel mehr haben.“

Die Tundra, in der Bless- und Nonnengänse am liebsten brüten, reichte am Ende der Eiszeit noch bis nach Köln. Heute ziehen die Gänse von Westeuropa, wo sie den vergleichsweise milden Winter verbringen, über Tausende von Kilometern bis an den Polarkreis - am liebsten auf die Insel Kolgujew in der Barents See. „Geheimnis Vogelzug“ ist mit hochauflösenden Kameras am Boden und in der Luft dabei, wenn sich die Küken in ihren „Daunenmänteln“ bei eisigem Wind aus dem Ei pellen - und die Eismöwen ihre ersten Raubzüge starten.

Und auch wenn in der Dämmerung über Rom Hunderttausende von Staren gigantische Wolken und Schläuche bilden, als folgten sie einer unsichtbaren Ballett-Choreographie, geht es in Wirklichkeit - ums Überleben. Mit solch pfeilschnellen Formationsflügen wehren kleinere Vögel in großen Schwärmen Raubvögel ab, die etwa an den Schlafplätzen der Stare am Tiber lauern. „Geheimnis Vogelzug“ hat den spektakulären Überlebens-Tanz der Stare erstmals aus der Luft gedreht.

Genau wie die Winterreise der Waldrappe nach Italien. Den drollig aussehenden Ibis-Vögeln wurde ihre große Zutraulichkeit bereits im 17. Jahrhundert zum Verhängnis. Als leichte Beute für Jäger waren sie bald komplett ausgerottet. Heute wird dieses Manko zum Vorteil: Von Hand aufgezogen folgen junge Waldrappe ihren menschlichen Zieh-Eltern, selbst wenn die in einen Ultraleicht-Flieger steigen und von der deutsch-österreichischen Grenze in die Toskana reisen - ins Überwinterungsrevier. Schon auf dem Rückweg finden die Waldrappe dann ihren Weg allein – ein Beleg dafür, wie tief das Zugprogramm als Überlebensstrategie eingebrannt ist.

Doch von 20 Milliarden Singvögeln weltweit sterben inzwischen jedes Jahr 10 Milliarden. Die meisten Vögel, die wir aus unseren Gärten kennen, ziehen über unsere Köpfe, wenn wir schlafen. Im Schutz der Dunkelheit entgehen sie am ehesten Raubvögeln und Überanstrengung. Welche Gefahren ihnen dennoch auf der langen Reise drohen, macht eine Animation der nächtlichen Massen-Wanderung sichtbar. Denn was Vögel im Laufe der Evolution gelernt haben, können sie auch wieder verlernen - wenn es dem Überleben dient. Peter Berthold, Deutschlands Guru unter den Vogelforscher, sagt im Film: „Meine persönliche Prognose ist, dass wir, wenn die Klimaerwärmung so weiter geht wie jetzt, in 100 Jahren bei uns keine Zugvögel mehr haben.“

Facts

    test
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    Die Macher von „Deutschland von oben“, Freddie Röckenhaus und Petra Höfer, haben die Reise der Vögel in die Winterreviere begleitet, um diesen Fragen in der Dokumentation „Zugvögel“ nachzugehen. Sie zeigen aus nächster Nähe, wie sich Zugvögel auf ihrer Reise verhalten, und erklären daran, wie die moderne Umwelt mit den Instinkten der Vögel zusammenhängt. Doch die Dokumentation leistet mehr, als nur eine Reise in den Winterurlaub abzubilden. Sie wird, wenn auch subtil, kritisch, wenn es darum geht, dass selbst die Kommunikation unter Störchen nicht vor den Gefahren der modernen menschlichen Welt schützen kann. An ungesicherten Stromleitungen in Südfrankreich oder giftigen Mülldeponien in Katalonien, die auf Tiere wie ein Nahrungsparadies wirken, stirbt jährlich ein Drittel der Störche. Russische Jäger schießen mit Tricks und Tarnung an den Grenzen der Naturschutzgesetze unzählige Gänse.

    FAZ / Jan Russezki

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    Die Dokumentation "Zugvögel" liefert fantastische Landschaftsbilder und spannende Erkenntnisse. (...) Die Filmemacher sind dazu aber noch im Dienste der Wissenschaft unterwegs, wie ihre Protagonisten auch – Störche, Kraniche, Graugänse oder Rotkehlchen. Hoch spannende, sehr unterhaltsame Flugreise vor fantastischer Landschaft.

    WAZ

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    Die fantastischen Luftbilder des sonnigen Spätsommers wären Grund genug, die ZDF-Dokumentation „Zugvögel“ von Petra Höfer und Freddie Röckenhaus unbedingt zu empfehlen. Die Filmemacher sind dazu aber noch im Dienste der Wissenschaft unterwegs, wie ihre Protagonisten auch – Störche, Kraniche, Graugänse oder Rotkehlchen. Und der Zuschauer ist, sozusagen auf Augenhöhe, immer dabei – weil eine Helikopterkamera sie auf ihrer abenteuerlichen Reise begleitet, oft in Zeitlupe oder im Zeitraffer.

    Hamburger Abendblatt / Karina Krawczyk

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    Die Welt ist schön. Aus der Perspektive von Jungstorch Borni betrachtet, der sich mit seinen Geschwistern und Tausenden von Artgenossen in diesen Tagen wieder auf die 10.000 Kilometer lange Reise Richtung Afrika macht, ist sie gar atemberaubend schön: Mit bis zu 70 km/h, in großer Höhe immer über Land fliegend und geschickt die Thermik nutzend, überqueren die Vögel auf ihrer Westroute Süddeutschland und die Schweiz, dann die Camargue und die Straße von Gibraltar, bis sie endlich am Rande der Serengeti ihr Winterquartier erreichen. Und der Zuschauer ist immer dabei – weil eine Helikopterkamera sie auf ihrer abenteuerlichen Reise begleitet.

    Berliner Morgenpost

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    Visuell macht der Film einiges her, er holt uns mitten hinein in die großen Vogelschwärme, die vom Erdboden aus sonst nur als ornamentales Punkteballett und ferne Schreie wahrnehmbar sind. Mit aufwändigen Luftaufnahmen, Computeranimationen und vielen Zeitlupen macht er Wege und Flugtechniken der Zugvögel sichtbar.

    Frankfurter Rundschau

Credits

Buch, Regie, Produktion:

Petra Höfer und Freddie Röckenhaus

Realisatoren: Francesca D‘Amicis, Susanne Rostosky, Kay Schlasse, Friederike Schmidt-Vogt

Helicopter-Kamera: Peter Thompson, Irmin Kerck, Stefan Urmann

Boden-Kamera: Tobias Kaufmann

Schnitt: Johannes Fritsche

Animationen: Dave Corfield, Liz Elkington, Craig Howarth, 422 South

Line Producer: Tine Marzi

Sprecher: Dietmar Wunder

Redaktion: Marita Hübinger (ARTE), Friederike Haedecke, Katharina Kohl (ZDF)

Eine Produktion von colourFIELD im Auftrag des ZDF in Co-Operation mit ARTE

Alle Credits

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