Zugvögel


KUNDSCHAFTER IN FERNEN WELTEN
45 MINUTEN FÜR TERRA X

Ende August werden die Störche im rheinlandpfälzischen Bornheim langsam unruhig. Der Nachwuchs unternimmt immer weitere Ausflüge rund ums elterliche Nest. Und eines Tages sind alle Storchenkinder plötzlich verschwunden. „Geheimnis Vogelzug“ begleitet Jungstorch Borni auf seiner ersten langen Reise nach Afrika. Allein - lange vor seinen Eltern - zieht Borni mit seinen drei Geschwistern Richtung Süden. Eine gefährliche Reise mit zahlreichen mörderischen Etappen. Den Flug mit tausenden anderer Störche über die Straße von Gibraltar wurde dabei erstmals mit einer gyrostabilisierten Helikopter-Kamera begleitet. Wenn ein Storch aus Erschöpfung im Wasser notlanden muss, ist er dem Tod geweiht. Selbst Vogelforscher waren erstaunt, dass nicht nur Borni sich auf dieser Horror-Etappe in der Luft übergeben hat.

Vor 150 Jahren mussten Vogelkundler noch Pfeilspitzen analysieren, mit denen Störche aus Afrika nach Europa zurückkehrten - um heraus zu finden, wo sie den Winter verbracht hatten. Inzwischen zeichnen möglichst kleine, möglichst leichte Hightech-Sender jede Flugbewegung eines Vogels als GPS-Koordinaten auf - und melden dazu Flughöhe und -geschwindigkeit, Luftwiderstand und Energieverbrauch. Künftig sollen diese Sender live per Satellit auszulesen sein - von der Sahara bis nach Sibirien. Für Martin Wikelski, Leiter des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Radolfzell, beginnt damit eine neue Ära. „Über das Flugverhalten der Vögel können wir dann herausfinden, wie die Welt sich an diesem Fleck gerade verändert.“

Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Mit Graugans-Küken, die sich - wie man seit Konrad Lorenz weiß - leicht auf Menschen prägen lassen, wird gerade die erste Sender-Generation in mühevoller Kleinarbeit kalibriert. Denn nur wenn die Sender präzise und konstant messen, wird man in Zukunft Erstaunliches per Vogelzug erfassen und vorhersagen können - von lokalen Windverhältnissen bis zu Unwettern, drohenden Erdbeben oder Riesenheuschrecken-Plagen. Denn wenn Vögel ihre Flugroute ändern, hat das immer einen Grund. Mauersegler etwa können Unwetter erspüren, die noch 600 Kilometer entfernt sind. Sie können auch während des Fluges schlafen - und so Tage oder Wochen in der Luft verbringen.

„Geheimnis Vogelzug“ fliegt mit aufwendigen CGI-Animationen und atemberaubenden Luftbildern mit unseren Zugvögeln bis nach Afrika. Und begleitet die Graugans-Küken-Trainingsgruppe beim großen Abenteuer des Fliegenlernens - im Dienste der Wissenschaft. Denn trotz aller bahnbrechenden Erkenntnisse der letzten Jahre: Selbst wie Vögel navigieren, ist noch immer nicht restlos erforscht. „Es gibt schon noch ein paar Fragen, die uns absolut unter den Nägeln brennen“, meint Vogelforscher Peter Berthold, Wikelskis Vorgänger in Radolfzell. „Vielleicht gibt es dafür irgendwann den Nobelpreis.“

Vor 150 Jahren mussten Vogelkundler noch Pfeilspitzen analysieren, mit denen Störche aus Afrika nach Europa zurückkehrten - um heraus zu finden, wo sie den Winter verbracht hatten. Inzwischen zeichnen möglichst kleine, möglichst leichte Hightech-Sender jede Flugbewegung eines Vogels als GPS-Koordinaten auf - und melden dazu Flughöhe und -geschwindigkeit, Luftwiderstand und Energieverbrauch. Künftig sollen diese Sender live per Satellit auszulesen sein - von der Sahara bis nach Sibirien. Für Martin Wikelski, Leiter des Max-Planck-Instituts für Ornithologie in Radolfzell, beginnt damit eine neue Ära. „Über das Flugverhalten der Vögel können wir dann herausfinden, wie die Welt sich an diesem Fleck gerade verändert.“

Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Mit Graugans-Küken, die sich - wie man seit Konrad Lorenz weiß - leicht auf Menschen prägen lassen, wird gerade die erste Sender-Generation in mühevoller Kleinarbeit kalibriert. Denn nur wenn die Sender präzise und konstant messen, wird man in Zukunft Erstaunliches per Vogelzug erfassen und vorhersagen können - von lokalen Windverhältnissen bis zu Unwettern, drohenden Erdbeben oder Riesenheuschrecken-Plagen. Denn wenn Vögel ihre Flugroute ändern, hat das immer einen Grund. Mauersegler etwa können Unwetter erspüren, die noch 600 Kilometer entfernt sind. Sie können auch während des Fluges schlafen - und so Tage oder Wochen in der Luft verbringen.

„Geheimnis Vogelzug“ fliegt mit aufwendigen CGI-Animationen und atemberaubenden Luftbildern mit unseren Zugvögeln bis nach Afrika. Und begleitet die Graugans-Küken-Trainingsgruppe beim großen Abenteuer des Fliegenlernens - im Dienste der Wissenschaft. Denn trotz aller bahnbrechenden Erkenntnisse der letzten Jahre: Selbst wie Vögel navigieren, ist noch immer nicht restlos erforscht. „Es gibt schon noch ein paar Fragen, die uns absolut unter den Nägeln brennen“, meint Vogelforscher Peter Berthold, Wikelskis Vorgänger in Radolfzell. „Vielleicht gibt es dafür irgendwann den Nobelpreis.“

Facts

    test
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    Die Macher von „Deutschland von oben“, Freddie Röckenhaus und Petra Höfer, haben die Reise der Vögel in die Winterreviere begleitet, um diesen Fragen in der Dokumentation „Zugvögel“ nachzugehen. Sie zeigen aus nächster Nähe, wie sich Zugvögel auf ihrer Reise verhalten, und erklären daran, wie die moderne Umwelt mit den Instinkten der Vögel zusammenhängt. Doch die Dokumentation leistet mehr, als nur eine Reise in den Winterurlaub abzubilden. Sie wird, wenn auch subtil, kritisch, wenn es darum geht, dass selbst die Kommunikation unter Störchen nicht vor den Gefahren der modernen menschlichen Welt schützen kann. An ungesicherten Stromleitungen in Südfrankreich oder giftigen Mülldeponien in Katalonien, die auf Tiere wie ein Nahrungsparadies wirken, stirbt jährlich ein Drittel der Störche. Russische Jäger schießen mit Tricks und Tarnung an den Grenzen der Naturschutzgesetze unzählige Gänse.

    FAZ / Jan Russezki

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    Die Dokumentation "Zugvögel" liefert fantastische Landschaftsbilder und spannende Erkenntnisse. (...) Die Filmemacher sind dazu aber noch im Dienste der Wissenschaft unterwegs, wie ihre Protagonisten auch – Störche, Kraniche, Graugänse oder Rotkehlchen. Hoch spannende, sehr unterhaltsame Flugreise vor fantastischer Landschaft.

    WAZ

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    Die fantastischen Luftbilder des sonnigen Spätsommers wären Grund genug, die ZDF-Dokumentation „Zugvögel“ von Petra Höfer und Freddie Röckenhaus unbedingt zu empfehlen. Die Filmemacher sind dazu aber noch im Dienste der Wissenschaft unterwegs, wie ihre Protagonisten auch – Störche, Kraniche, Graugänse oder Rotkehlchen. Und der Zuschauer ist, sozusagen auf Augenhöhe, immer dabei – weil eine Helikopterkamera sie auf ihrer abenteuerlichen Reise begleitet, oft in Zeitlupe oder im Zeitraffer.

    Hamburger Abendblatt / Karina Krawczyk

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    Die Welt ist schön. Aus der Perspektive von Jungstorch Borni betrachtet, der sich mit seinen Geschwistern und Tausenden von Artgenossen in diesen Tagen wieder auf die 10.000 Kilometer lange Reise Richtung Afrika macht, ist sie gar atemberaubend schön: Mit bis zu 70 km/h, in großer Höhe immer über Land fliegend und geschickt die Thermik nutzend, überqueren die Vögel auf ihrer Westroute Süddeutschland und die Schweiz, dann die Camargue und die Straße von Gibraltar, bis sie endlich am Rande der Serengeti ihr Winterquartier erreichen. Und der Zuschauer ist immer dabei – weil eine Helikopterkamera sie auf ihrer abenteuerlichen Reise begleitet.

    Berliner Morgenpost

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    Visuell macht der Film einiges her, er holt uns mitten hinein in die großen Vogelschwärme, die vom Erdboden aus sonst nur als ornamentales Punkteballett und ferne Schreie wahrnehmbar sind. Mit aufwändigen Luftaufnahmen, Computeranimationen und vielen Zeitlupen macht er Wege und Flugtechniken der Zugvögel sichtbar.

    Frankfurter Rundschau

Credits

Buch, Regie, Produktion:

Petra Höfer und Freddie Röckenhaus

Realisatoren: Francesca D‘Amicis, Susanne Rostosky, Kay Schlasse, Friederike Schmidt-Vogt

Helicopter-Kamera: Peter Thompson, Irmin Kerck, Stefan Urmann

Boden-Kamera: Tobias Kaufmann

Schnitt: Johannes Fritsche

Animationen: Dave Corfield, Liz Elkington, Craig Howarth, 422 South

Line Producer: Tine Marzi

Sprecher: Dietmar Wunder

Redaktion: Marita Hübinger (ARTE), Friederike Haedecke, Katharina Kohl (ZDF)

Eine Produktion von colourFIELD im Auftrag des ZDF in Co-Operation mit ARTE

Alle Credits

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