UNTERWELTEN
DEUTSCHLAND VON UNTEN


(2) SCHÄCHTE, U-BAHNEN, SCHWARZES GOLD

Die Welt unter der Erde hat uns Menschen schon immer fasziniert und beängstigt zugleich. In den Röhren des alten Elbtunnels von Hamburg weiß man, dass man nur ganz knapp unter dem Flussbett und seinen Wassermassen unterwegs ist. In die letzten Kohlezechen des Ruhrpotts fahren die Kumpels inzwischen über einen Kilometer senkrecht hinab zur Arbeit. Und im Untergrund von München, in den doppelgeschossigen Regenwasser-Zisternen, will man sich die Sturmfluten beim nächsten Wolkenbruch lieber gar nicht vorstellen.

Ohne die Bauwerke unter der Erde könnten unsere Städte keinen Tag funktionieren. So sehr sind wir von den Lebens- und Überlebensadern in der Tiefe abhängig, dass wir keine althergebrachten Straßenverläufe mehr ändern könnten, ohne Unsummen für den Umbau auch unter der Erde ausgeben zu müssen. Der Potsdamer Platz war bis zum zweiten Weltkrieg der größte Verkehrsknotenpunkt der Stadt. Mit der Teilung Berlins wurden die Gebäude des ganzen Viertels dem Erdboden gleichgemacht. Der Untergrund aber, mit den Bahnhöfen und Tunneln von U- und S-Bahn, mit Abwasser- und Frischwasserkanälen, Gasrohren, Strom- und Telefonleitungen, war durch die Mauer über der Erde kaum zu unterbrechen.

Im Ruhrgebiet, mit 5,2 Millionen Einwohnern so etwas wie Deutschlands größte Stadt, werden seit mehr als 150 Jahren immer gigantischere Strecken unter der Erde gebaut. Das schwarze Gold, die Kohle, war der Treibstoff der Industrialisierung und des aufkommenden Wohlstands. Wegen der gut bezahlten Arbeit in der Tiefe zogen Hunderttausende an die Ruhr. Auf Prosper Haniel in Bottrop, einer der beiden letzten Zechen des Ruhrpotts, ist noch längst nicht „Schicht“.

Bald eröffnen sie die Kohleförderung von der neuesten Sohle, der bisher tiefsten Etage des Kohleabbaus im Pott: Beinahe 1200 Meter unter der Oberfläche gelegen. Die Welt der Kohlehobel und Vortriebshämmer ist noch immer der faszinierendste Arbeitsplatz des Landes. Und einer der härtesten. Heutzutage steckt dahinter eine Hightech-Infrastruktur ohne Gleichen. Allein unter der Zeche Prosper Haniel liegen fast 150 Kilometer Gruben-„Strecke“, eine Tunnelwelt mit unterirdischen Zügen, Schwebebahnen, Bahnhöfen und endlosen Förderbändern – und jeder Menge Kohle.

„Deutschland von unten“ begleitet den Maulwurf in sein einsames Leben unter der Grasnarbe und auch ein Forscherteam in die tiefe, funkelnde Schellenberger Eishöhle, in der die Eiswände wie in einem Natur-Gefrierschrank nicht einmal an heißen Augusttagen tauen wollen und deren komplizierte Luftströmung als Modell dient für die Luftbewegungen in U-Bahn-Tunneln, für die man Notfallpläne im Falle von Katastrophen oder Terroranschlägen entwickeln muss. Im größten Luftschutzbunker der Welt, unter der Innenstadt von Dortmund, der im zweiten Weltkrieg bei Bombenangriffen auf die Stahlstadt Platz für 100.000 Menschen bot, scheint der Schrecken in den Betonwänden hängen geblieben.

In Köln kann man inzwischen mitten durch die jahrhundertealten Fundamente des Kölner Doms wandeln. Nichts kann den Dom offenbar erschüttern – außer vielleicht die U-Bahn, die inzwischen für Unruhe im Untergrund sorgt.

Ohne die Bauwerke unter der Erde könnten unsere Städte keinen Tag funktionieren. So sehr sind wir von den Lebens- und Überlebensadern in der Tiefe abhängig, dass wir keine althergebrachten Straßenverläufe mehr ändern könnten, ohne Unsummen für den Umbau auch unter der Erde ausgeben zu müssen. Der Potsdamer Platz war bis zum zweiten Weltkrieg der größte Verkehrsknotenpunkt der Stadt. Mit der Teilung Berlins wurden die Gebäude des ganzen Viertels dem Erdboden gleichgemacht. Der Untergrund aber, mit den Bahnhöfen und Tunneln von U- und S-Bahn, mit Abwasser- und Frischwasserkanälen, Gasrohren, Strom- und Telefonleitungen, war durch die Mauer über der Erde kaum zu unterbrechen.

Im Ruhrgebiet, mit 5,2 Millionen Einwohnern so etwas wie Deutschlands größte Stadt, werden seit mehr als 150 Jahren immer gigantischere Strecken unter der Erde gebaut. Das schwarze Gold, die Kohle, war der Treibstoff der Industrialisierung und des aufkommenden Wohlstands. Wegen der gut bezahlten Arbeit in der Tiefe zogen Hunderttausende an die Ruhr. Auf Prosper Haniel in Bottrop, einer der beiden letzten Zechen des Ruhrpotts, ist noch längst nicht „Schicht“.

Bald eröffnen sie die Kohleförderung von der neuesten Sohle, der bisher tiefsten Etage des Kohleabbaus im Pott: Beinahe 1200 Meter unter der Oberfläche gelegen. Die Welt der Kohlehobel und Vortriebshämmer ist noch immer der faszinierendste Arbeitsplatz des Landes. Und einer der härtesten. Heutzutage steckt dahinter eine Hightech-Infrastruktur ohne Gleichen. Allein unter der Zeche Prosper Haniel liegen fast 150 Kilometer Gruben-„Strecke“, eine Tunnelwelt mit unterirdischen Zügen, Schwebebahnen, Bahnhöfen und endlosen Förderbändern – und jeder Menge Kohle.

„Deutschland von unten“ begleitet den Maulwurf in sein einsames Leben unter der Grasnarbe und auch ein Forscherteam in die tiefe, funkelnde Schellenberger Eishöhle, in der die Eiswände wie in einem Natur-Gefrierschrank nicht einmal an heißen Augusttagen tauen wollen und deren komplizierte Luftströmung als Modell dient für die Luftbewegungen in U-Bahn-Tunneln, für die man Notfallpläne im Falle von Katastrophen oder Terroranschlägen entwickeln muss. Im größten Luftschutzbunker der Welt, unter der Innenstadt von Dortmund, der im zweiten Weltkrieg bei Bombenangriffen auf die Stahlstadt Platz für 100.000 Menschen bot, scheint der Schrecken in den Betonwänden hängen geblieben.

In Köln kann man inzwischen mitten durch die jahrhundertealten Fundamente des Kölner Doms wandeln. Nichts kann den Dom offenbar erschüttern – außer vielleicht die U-Bahn, die inzwischen für Unruhe im Untergrund sorgt.

Facts

Nominiert für den Adolf-Grimme Preis
Nominiert für den Deutschen Kamerapreis

Erstausstrahlung im ZDF
Folge 1: Land – Sonntag, 18. Mai 2014 um 19:30 Uhr ZDF
Folge 1: Land – Samstag, 17. Mai 2014 um 16:30 Uhr ZDFneo

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Credits

Buch, Regie, Produktion: Petra Höfer und Freddie Röckenhaus

Helikopter Kamera: Peter Thompson, Irmin Kerck, Stefan Urmann

Kamera: Tobias Kaufmann, Thomas Matthalm

Schnitt: Johannes Fritsche

Realisatoren: Francesca D`Amicis, Susanne Rostosky, Kay Schlasse

Produktionsleitung: Svenja Mandel

Sprecher: Leon Boden

Redaktion: Friederike Haedecke , Katharina Kohl (ZDF)

Eine Produktion von colourFIELD im Auftrag des ZDF

Alle Credits

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