Mondän!


(9) Wien

„Wien ist anders“, sagt Helmut Zilk, Opfer eines Briefbombenattentats, Gatte des Musical-Stars Dagmar Koller und heimlicher Fädenzieher hinter den barocken Donaustadt-Kulissen. Als Altbürgermeister hat er für diesen Slogan noch Touristik-Auszeichnungen gesammelt. Und Auszeichnungen erfüllen den Wiener noch immer mit mehr Stolz als irgendwo sonst: Orden und Adelstitel und Küß die Hand, Frau Generaldirektorin. „Wenn ich Walzer höre“, sagt Eva Reichsgräfin von Walderdorf, „bin ich zu Tränen gerührt.“

In Wien ticken die Uhren eben anders, gleichsam im Dreivierteltakt. Und manch einer glaubt, wie Formel-1-Pilot und Airline Besitzer Niki Lauda, sie seien längst irgendwann ganz stehengeblieben. 
Doch jenseits der prächtigen Ringstraße hört Fürst Schwarzenberg den „Zahn der Zeit“ sehr vernehmlich an seinem Stadt-Palais nagen, in dem er seit mehr als einem Vierteljahrhundert noch keinen Tag ohne eine Maurerkolonne verbracht hat, die immer irgendwo den Putz erneuert und das Dach ausbessert.

„Schwarzenbergs jugendlicher Stiefsohn dagegen kichert im Frack mit seiner Teenagerliebe Selina von Abensperg-Traun der Eröffnung des Philharmonikerballs entgegen, während Vater Ferdinand Graf von Abensperg-Traun, dessen Vorfahren Europa vor den Türken bewahrten, vor Aufregung Kette raucht. Walzer tanzen kann er ebenso wenig wie Fürst Schwarzenberg. Aber der Walzer liegt ihm selbstredend im Blut – wie allen Wienern. Auch wenn der Zeremonienmeister des Opernballs die aufgeregten Debütanten ermahnt: „Sie haben das Lächeln vergessen.“ Wien ist eben anders.

Wien ist eben anders. 
Hier hat die Ballsaison noch den Status einer fünften Jahreszeit – dann strahlt Wien plötzlich wieder, von Goldpuder überzogen und Puttenengeln bewacht. Schauspieler Helmut Lohner flieht vor soviel barocker Festlichkeit dann gern zu Gastspielen nach München, Prinz Hubertus von Hohenlohe, Skifahrer und „Lebenskünstler“, zum Musikmachen nach Los Angeles. Bloß Helmut Zilk läßt sich unbeirrt von „Dagi“ die Nase pudern: „Schatzimausi, ich will doch auch schön sein.“ Wien ist eben anders. Ein Film über gutes Benehmen und Hofkultur, über Standesbewußtsein und Intrigen, über die besseren Kreise und das Gefühl, sich seit Jahrhunderten fortwährend im Kreis zu drehen.

In Wien ticken die Uhren eben anders, gleichsam im Dreivierteltakt. Und manch einer glaubt, wie Formel-1-Pilot und Airline Besitzer Niki Lauda, sie seien längst irgendwann ganz stehengeblieben. 
Doch jenseits der prächtigen Ringstraße hört Fürst Schwarzenberg den „Zahn der Zeit“ sehr vernehmlich an seinem Stadt-Palais nagen, in dem er seit mehr als einem Vierteljahrhundert noch keinen Tag ohne eine Maurerkolonne verbracht hat, die immer irgendwo den Putz erneuert und das Dach ausbessert.

„Schwarzenbergs jugendlicher Stiefsohn dagegen kichert im Frack mit seiner Teenagerliebe Selina von Abensperg-Traun der Eröffnung des Philharmonikerballs entgegen, während Vater Ferdinand Graf von Abensperg-Traun, dessen Vorfahren Europa vor den Türken bewahrten, vor Aufregung Kette raucht. Walzer tanzen kann er ebenso wenig wie Fürst Schwarzenberg. Aber der Walzer liegt ihm selbstredend im Blut – wie allen Wienern. Auch wenn der Zeremonienmeister des Opernballs die aufgeregten Debütanten ermahnt: „Sie haben das Lächeln vergessen.“ Wien ist eben anders.

Wien ist eben anders. 
Hier hat die Ballsaison noch den Status einer fünften Jahreszeit – dann strahlt Wien plötzlich wieder, von Goldpuder überzogen und Puttenengeln bewacht. Schauspieler Helmut Lohner flieht vor soviel barocker Festlichkeit dann gern zu Gastspielen nach München, Prinz Hubertus von Hohenlohe, Skifahrer und „Lebenskünstler“, zum Musikmachen nach Los Angeles. Bloß Helmut Zilk läßt sich unbeirrt von „Dagi“ die Nase pudern: „Schatzimausi, ich will doch auch schön sein.“ Wien ist eben anders. Ein Film über gutes Benehmen und Hofkultur, über Standesbewußtsein und Intrigen, über die besseren Kreise und das Gefühl, sich seit Jahrhunderten fortwährend im Kreis zu drehen.

Facts

Erstausstrahlung: 24. Oktober 1999, 22.30 Uhr, ZDF
45 Minuten

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    Wie haben sie das bloß geschafft? Tout le monde, wie der gebildete New Yorker laut Tom Wolfe zu sagen pflegt, tout le monde also hat sich überreden lassen, ein Filmteam in sein Haus zu lassen. Und das nicht nur in New York...

    epd medien

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    Die erste Staffel von "Mondän!" war 1998 mit augenzwinkernder Ironie, strahlenden Bildern und raffinierten Schnitten der Überraschungshit bei den ZDF- Zuschauern. Die Kritiker nominierten "Mondän!" für den renommierten Grimme-Preis. Sechs neue Folgen des Dokumentarfilmer-Duos Petra Höfer und Freddie Röckenhaus führen nun erneut in die "freie Wildbahn" des alltäglichen Luxus und seiner Hauptdarsteller, die alles kaufen können, was man mit Geld kaufen kann.

    Berliner Zeitung

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    Petra Höfer und Freddie Röckenhaus ermöglichen Einblicke in eine Welt, die normalerweise von Security- Offizieren abgeschirmt wird.

    Westdeutsche Allgemeine

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    Plauderstunde mit Schönen und Reichen.

    NRZ

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    Im letzten Jahr begeisterten die ersten Folgen "Mondän!" Millionen. Jetzt folgt Staffel Nummer zwei. Thema: wo die Reichen wohnen

    tz München

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    Da plaudern sie dann über gesellschaftliche Etikette und Wohltätigkeitsveranstaltungen - und wirken dabei so sinnentleert, dass man sie trotz ihrer Kohle fast bemitleidet

    Der Stern

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    Die Dokumentarfilmer Petra Höfer und Freddie Röckenhaus brillieren auch wieder mit aufwendiger Recherche. Viele Prominente gewährten ihnen Audienzen und gestatteten Blicke hinter die Kulissen der Ballungszentren des Luxus, so daß der Zuschauer einen Eindruck vom alltäglichen Leben bei Millionärs gewinnt.

    Mitteldeutsche Zeitung

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    45 Minuten eintauchen in eine Welt mit roten Teppichen, dunklen Limousinen, gespitzten Kussmündchen, millionenschweren Ehefrauen und blitzenden Klunkern - wunderbar. "Mondän"! entführt charmant hinter Türen, die sonst verschlossen bleiben.

    Neue Westfälische

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    Schon die erste "Mondän!"-Staffel überzeugte durch genaue Beobachtung und ironische Kommentierung - eine Spezialität des Dokumentarfilmer - Duos Petra Höfer und Freddie Röckenhaus. Die beiden sind eine Art Feldforscher der Gesellschaft - die Objekte ihrer Erkundungen entlarven sich meist selbst: Börsen-Gurus und Hollywood-Größen, Mitglieder des Jet-Set und Geld-Adel, Millionen-Erben und Selfmade-Milliardäre.

    Rheinische Post

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    Ein amüsantes Potpourri über VIPs - mit diskreter Ironie und geneigter Distanz beobachtet. "Eine Alternative zu Alida Gundlachs anbiedernder Promi-Show", schreibt die Rheinische Post.

    BWZ

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    Die Mega-Luxus-Klasse öffnet ihre Türen und zeigt ihre Domizile.

    TV Hören & Sehen

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    ... völlig durcheinander, konzeptlos, wirr, wenig amüsant, trotz der bemühten Ironie.

    Augsburger Allgemeine

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    Erneut liegt die Stärke der Filme in der Dramaturgie, weil Beobachtungen und Aussagen rund um einen roten Faden montiert werden (...), sowie in der ausgezeichneten Bildgestaltung von Thomas Schäfer.

    Frankfurter Rundschau

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    Das Luxusleben ist in Tokio eben eine ernste Sache. Fremd, aber interessant war es schon, den Japanern beim Geldverdienen und- ausgeben zuzuschauen.

    Offenbach Post

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    Petra Höfer und Freddie Röckenhaus waren in den feinsten Ecken der Stadt unterwegs, machten Abstecher nach Ascot und trafen Bill Wyman, José Carreras, Shirley Bassey, Lord Jeffrey Archer und Lord Michael Onslow, Paul Smith, Stefanie Powers und andere.

    TV Movie

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    Schön die Szene, als die sich unbeobachtet wähnende Ivana Trump Steuertricks ausplaudert und plötzlich, säuerlich lächelnd, verstummt, als sie die Kamera erblickt. Leider gibt es zuwenig von solch entlarvenden Momenten.

    Rheinische Post

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    Es gibt da keine Moderatoren die sich den Prominenten anbiedern, wie das in derlei Magazinen sonst so Sitte ist. Stattdessen kommen die Herrschaften im Originalton zu Wort (...) Da reicht beim Kommentar ein sanft ironischer Unterton, niemand wird ernsthaft angegriffen, aber das ist auch nicht der Sinn dieses Magazins, das über den Glitzer der Society-Feste hinaus seinen eigenen Glamour produziert in wunderschönen Bildern.

    Stuttgarter Zeitung

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    Als sechsteilige Neid-Serie (...) tummelte sich die ZDF-Dokumentation "Mondän!" zum Einstand beim "In"-Clan in New York.

    Abendzeitung München

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    Wie gehabt schildert "Mondän!" den Alltag der Superreichen ohne Mißgunst, sondern mit feiner Ironie und offensichtlicher Freude am zur Schau gestellten Pomp.

    Neue Westfälische

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    Es war eine kurzweilig amüsante Stippvisite (...) Dass eine Nan Kempner oder Kathy Hilton ihre Teesalons , gar ihre Schlafzimmer der Kamera von "Mondän!" öffneten, dass Billy Joel sie zu einer privaten Party einließ! Zu diesen intimen "Wohnorten des Wohlstands" erhielt früher Magret Dünser eine Einladung. Die ironische Distanz der Macher, ihr ethnologischer Blick auf Luxus-Spezies, insbesondere die Kostproben nichtsnutzigen Small Talks - so lassen sich diese High-Society-Reportagen anschauen... Bitte umblättern!

    Kölner Stadt-Anzeiger

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    Also segelte zwar so manch aufgetakelte Fregatte über den Bildschirm doch wehte nicht der allerfeinste Duft der weiten Welt.

    Hamburger Abendblatt

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    Eine VIP-Schaukel für Intellektuelle.

    Neue Westfälische

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    "Mondän!" war im vergangenen Jahr eine der wenigen wirklich innovativen Leistungen des ZDF zur Hauptsendezeit - nicht wegen des Sujets, sondern wegen der spielerisch leicht wirkenden Machart.

    Südkurier

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    Der Kommentar dazu paart Sachlichkeit mit Ironie.

    Mitteldeutsche Zeitung

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    Wo Reichtum mit Spleen daher kommt, ist auf den Humor Verlass.

    Abendzeitung München

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    Am wienerischsten war zweifellos der interviewte Frackschneider, dessen philosophische Ergüsse ("ein Frack macht nicht nur gleich, sondern auch glücklich") zuweilen Kabarettreife erreichten.

    Sonntagszeitung

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    "Mondän!" ist hautnah dabei, liefert frei von schmierigem Boulevardgeschwätz augenzwinkernde Ironie gepaart mit erfrischend respektlosen Porträts, die ganz ohne Kommentar zum Staunen animieren.

    Kieler Nachrichten

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    Sie entlarven die Snobs und Standesvertreter, indem sie diese für sich selber sprechen lassen.

    taz

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    Wer etwa die Privatstraße von Arnold Schwarzenegger betritt, wird verhaftet. Getroffen haben die Autoren ihn trotzdem.

    TV Movie

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    Amüsant

    Kölner Stadtanzeiger

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    Ob Immobilien-Mogul Donald Trump, Pop-Star Billy Joel, Danny De Vito oder die alternde Gesellschaftsqueen Nan Kempner - alle standen den Mondän-Reportern anscheinend bereitwillig Rede und Antwort. Vieler Kommentare aus dem Off bedurfte es da nicht mehr.

    Westfälische Rundschau

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    Die öffentlich-rechtlichen Produktionen (...) entsprachen so nahezu perfekt dem leicht angestaubten Image des Grimme Preises. Prompt hatte die einzige Reihe, die sich modernster handwerklicher Mittel bediente, keine Chance. In Mondän! ironisieren Petra Höfer und Freddie Röckenhaus auf subtile Weise den internationalen Jet-set. Schnitt und Kamera-Arbeit sind vorbildlich, der Kommentar ist süffisant - eine für das ZDF eher ungewöhnliche Produktion, leidet doch der Mainzer Sender unter einem ähnlichen Image wie der Marler Fernsehpreis.

    Frankfurter Rundschau

Credits

Ein Film von
Petra Höfer
Freddie Röckenhaus
Francesca D‘Amicis
Kamera:
Thomas Schäfer
Christian Roth
Schnitt:
Jörg Wegner
Mitarbeit:
Francesca D‘Amicis
Carola Sayer
Christian Ankowitsch
Christian May
Ralf Hoppe
Redaktion:
Peter Arens

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