Erschießt alle!


Die merkwürdige Welt der Computer-Krieger

Steffen ist Zivildienstleistender und eine kleine Intelligenzbestie mit Einser-Abitur. Er gilt als sanft, redselig und kontaktfreudig. Im Internet aber wird aus dem sanften Steffen der gefürchtete „Hellwoofer“ und er spielt mehrere Stunden täglich das wüste Computerspiel „Counterstrike“.

Das weltweit beliebteste Online-Spiel ist spätestens seit der Tragödie von Erfurt zum Streitobjekt geworden: Der Amokläufer von Erfurt wurde als begeisterter „Counterstrike“-Spieler geoutet – seine Vorgehensweise beim Anschlag auf seine Schule habe Elemente des Computerspiels nachgeahmt. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften hat – wenige Wochen nach Erfurt – einen Verbotsantrag gegen „Counterstrike“ zwar abgelehnt. Eltern und Pädagogen bleiben jedoch skeptisch. Zur Welt der Online-Gamer haben sie keinen Zugang.

Bei „Counterstrike“, dem weltweit beliebtesten von allen Online-Computerspielen, kämpft eine virtuelle Anti-Terror-Einheit gegen ein Terroristen-Kommando. Gewonnen hat, wer zuerst alle Figuren des Gegners erschossen, in die Luft gesprengt oder sonstwie massakriert hat. Für „Hellwoofer“ alias Steffen ist es nichts als ein Spiel, das enorme Fähigkeiten erfordert. Allein in Deutschland sind täglich weit über 100.000 Spieler online, oft sogar bis zu einer halben Million gleichzeitig.

„Counterstrike“ wird nicht nur per Internet, sondern mit Vorliebe auf sogenannten LAN-Parties gespielt, wo hunderte von Computern miteinander vernetzt werden. Es spielen dann immer zwei Teams mit je fünf Spielern simultan gegeneinander. Die Reportage „Erschießt alle!“ begleitet Steffen, der Mitglied der besten deutschen Mannschaft „mortal Teamwork“ ist, zum größten deutschen Wettbewerb. Über 2000 Counterstrike-Fans haben sich in der Lokhalle Göttingen zu einem dreitägigen Marathon-Wettkampf getroffen. Die fast ausschließlich jungen und sehr jungen Spieler übernachten auf Matratzenlagern in der Halle.

Die in hyper-realistischer Computer-Grafik von „Counterstrike“ dargestellten Gewalt-Szenen, die die Spieler interaktiv in Gang setzen, sind Spielern wie Steffen „nicht so wichtig“. Es gehe um Dynamik und faszinierende Spannung des Spiels – und die Grafik-Funktion des spritzenden Blutes aus getroffenen Figuren werde von guten Spielern sogar oft abgestellt. Allerdings nicht aus Pietäts-Gründen, sondern weil das Spiel ohne Blutspritzen schneller läuft.

Ein Trip in die unbekannte Welt von „Hellwoofer“ und hunderttausenden von jungen „Counterstrike“-Kriegern.

Das weltweit beliebteste Online-Spiel ist spätestens seit der Tragödie von Erfurt zum Streitobjekt geworden: Der Amokläufer von Erfurt wurde als begeisterter „Counterstrike“-Spieler geoutet – seine Vorgehensweise beim Anschlag auf seine Schule habe Elemente des Computerspiels nachgeahmt. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften hat – wenige Wochen nach Erfurt – einen Verbotsantrag gegen „Counterstrike“ zwar abgelehnt. Eltern und Pädagogen bleiben jedoch skeptisch. Zur Welt der Online-Gamer haben sie keinen Zugang.

Bei „Counterstrike“, dem weltweit beliebtesten von allen Online-Computerspielen, kämpft eine virtuelle Anti-Terror-Einheit gegen ein Terroristen-Kommando. Gewonnen hat, wer zuerst alle Figuren des Gegners erschossen, in die Luft gesprengt oder sonstwie massakriert hat. Für „Hellwoofer“ alias Steffen ist es nichts als ein Spiel, das enorme Fähigkeiten erfordert. Allein in Deutschland sind täglich weit über 100.000 Spieler online, oft sogar bis zu einer halben Million gleichzeitig.

„Counterstrike“ wird nicht nur per Internet, sondern mit Vorliebe auf sogenannten LAN-Parties gespielt, wo hunderte von Computern miteinander vernetzt werden. Es spielen dann immer zwei Teams mit je fünf Spielern simultan gegeneinander. Die Reportage „Erschießt alle!“ begleitet Steffen, der Mitglied der besten deutschen Mannschaft „mortal Teamwork“ ist, zum größten deutschen Wettbewerb. Über 2000 Counterstrike-Fans haben sich in der Lokhalle Göttingen zu einem dreitägigen Marathon-Wettkampf getroffen. Die fast ausschließlich jungen und sehr jungen Spieler übernachten auf Matratzenlagern in der Halle.

Die in hyper-realistischer Computer-Grafik von „Counterstrike“ dargestellten Gewalt-Szenen, die die Spieler interaktiv in Gang setzen, sind Spielern wie Steffen „nicht so wichtig“. Es gehe um Dynamik und faszinierende Spannung des Spiels – und die Grafik-Funktion des spritzenden Blutes aus getroffenen Figuren werde von guten Spielern sogar oft abgestellt. Allerdings nicht aus Pietäts-Gründen, sondern weil das Spiel ohne Blutspritzen schneller läuft.

Ein Trip in die unbekannte Welt von „Hellwoofer“ und hunderttausenden von jungen „Counterstrike“-Kriegern.

Facts

Erstausstrahlung: 6. August 2002 , 22.45 Uhr im ZDF (in der Reihe „37 Grad“

    test
  • Feedback

    Seit dem Amoklauf von Erfurt ist das Computerspiel "Counterstrike" in der Diskussion. Auch der junge Täter war ein Fan des umstrittenen Spiels. Was Hundertausende daran so begeistert, will die Reportage "Erschießt alle" herausfinden.

    WAZ

  • Feedback

    Die Filmemacherin hütet sich davor, jene Jugendlichen auch nur in die Nähe des Amokläufers von Erfurt zu rücken. Auch versucht sie gar nicht erst...die Welt dieser Jugendlichen zu verstehen, sie gar erklären zu wollen. Und gerade das macht die Reportage so interessant, offenbart aber zugleich eine gewisse Hilflosigkeit, wie sie sich schon nach Erfurt breit machte."

    Westfälische Rundschau

  • Feedback

    Löblicherweise verzichtet die Reportage auf altbekannte Wertungen und Vorurteile. "Erschießt alle!" ist der Versuch des ZDF, die Counterstriker so zu zeigen, wie sie wirklich sind: auf freier Wildbahn."

    taz - die tageszeitung

  • Feedback

    D‘Amicis Bilder erinnerten an die legendären Aufnahmen aus Woodstock: überall Schlafsäcke, Proviant, völlig übermüdete junge Menschen...Obwohl sich D‘Amicis nicht um das Privatleben der Jungs kümmerte, kam sie näher an die Spieler heran, weil sie sich nur auf diese beiden konzentrierte.

    epd Medien

  • Feedback

    Bedauerlich, dass das ZDF diesen intelligenten Beitrag zu einem wichtigen Thema wieder einmal erst zu nächtlicher Stunde ausstrahlte. Eine Wiederholung am frühen Abend wäre zu begrüssen.

    NRZ - Neue Ruhr Zeitung

  • Feedback

    Unter dem Titel "Erschießt alle! die sonderbare Welt der Computerkrieger" wagte Regisseurin Francesca D‘Amicis in der ZDF-Reihe "37 Grad" einen Blick hinter die Kulissen dieser Szene. Dabei ließ sie den Zusammenschnitt aus Aufnahmen bei einer sogenannten "LAN-Party", bei der rund 2000 Spieler gegeneinander antreten, Interviews und Kampfsequenzen geschickt für sich selbst sprechen."

    Münchner Merkur

  • Feedback

    Die Bilder beklemmen: junge Leute, die sich wie besessen per Computer duellieren. Das Fieber heißt Counterstrike...Der dokumentarische Part war ernüchternd und drängte zu Fragen.

    Thüringer Allgemeine

  • Feedback

    Emotionslos und sachlich erhellte die "37 Grad"-Reportage mit anschließender Diskussion die Hintergründe eines schwer begreiflichen Phänomens. Ein respektabler Versuch.

    Magedeburger Volksstimme

  • Feedback

    n ihrer kurzen Reportage stellte die Autorin eher friedliche junge Menschen beiderlei Geschlechts beim Wettkampf "Terroristen contra Antiterroristen" vor, die sich in diese Drei-Tage-Schlacht stürzen.

    Bremer Nachrichten

  • Feedback

    Der Film bot einen verblüffenden Eindruck in eine ausgewachsene Subkultur: Die Spielefreaks sind weder aggressiv noch einfältig, sie fachsimpeln eloquent über ihre Kampftaktik und bauen rund um ihre Computer Donald-Duck-Nippes auf.

    Schwarzwälder Bote

  • Feedback

    Francesca D‘Amicis entdämonisiert diese Jugendlichen, indem sie Teilnehmer der größten deutschen CS-Party vorurteilsfrei beobachtet.

    Schwäbisches Tagblatt

  • Feedback

    Das muss sich man sich mal vorstellen: 3000 potentielle Massenmörder sitzen da in einer Halle rum, erschießen einander, schlafen nur drei Stunden, schütten ungesunde Jugendgetränke in sich hinein, und keiner tut was dagegen."

    Süddeutsche Zeitung

  • Feedback

    Ein Trip in eine unbekannte Welt.

    Unsere Kirche

  • Feedback

    Man sah übermüdete Krieger mit Flaumbart, Chipstüten, Matratzenlager, rotgespielte Augen, nervöse Finger, man sah ein Turnier, das sich nicht wesentlich von einem Preis-Skat oder einem Schach-Turnier unterscheiden mochte, man sah grobkörnige Blutlachen, ebenso grobkörnige Pixel-Krieger und hörte bellende Kalaschnikow-Salven.

    Funkkorrespondenz

  • Feedback

    Bei der großen mehrheit der "Counterstrike"-Spieler stellt sich die Frage: warum sie ihre Zeit und ihre zweifellos vorhandene Intelligenz an diese Ballerei verschwenden? Diese Frage haben weder die gezeigten Jugendlichen moch dieser Bericht beantwortet.

    Badische Neueste Nachrichten

  • Feedback

    Vielleicht hat es sich die Autorin etwas zu leicht gemacht - doch ob das PC-Gemetzel nun wirklich harmlos oder doch jugendgefährdend ist, darüber konnten sich auch die Experten in der anschließenden Talkrunde nicht einigen.

    tz München

  • Feedback

    Zugucken und staunen.

    Berliner Zeitung

Credits

Alle Credits

Related Films