DIE PROFIS


HINTER DEN KULISSEN VON
BORUSSIA DORTMUND

Der Ballspielverein Borussia Dortmund 09 war einmal ein „Arbeiterverein“. Heute ist der amtierende deutsche Meister ein professionell gemanagter Aufsteigerklub für die Kinder der Bergarbeiter und Stahlkocher. Die Mitglieder des Dortmunder Profikaders sind Popstars, von denen für ein millionen-schweres Gehalt mehr verlangt wird als fehlerfreie Beinarbeit. Sammer, Möller, Ricken, Chapuisat und Co sind Dortmunds Entertainer, Showgrößen in der gigantischen Unterhaltungsmaschine Bundesliga. 


Jede Dortmunder Trainingseinheit wird heute von mindestens einem halben Dutzend Kameras beobachtet. Vor den Augen der Öffentlichkeit inszeniert sich der BVB als Profiklub zum Anfassen, als immer noch kleiner Arbeiterverein, der nur durch Kampf zum Erfolg gelangt, als Underdog aus einer Underdogregion. Nirgendwo wird ein Klub-Image so gelebt wie in Dortmund. 
Doch hinter der brodelnden Kulisse der Südtribüne ist aus dem Ballspielverein Borussia Dortmund ein kühl kalkulierendes Unternehmen geworden. Der BVB verkauft die Ware Fußball.

Der Jahresumsatz explodiert (1996: 70 Mio. DM). Deutsche Meisterschaft, Champions League, Stadionausbau, nichts scheint unmöglich. 
Doch die Dortmunder Fußballmanager wissen, daß ihr Erfolg nicht nur auf Toren basiert, sondern auf Mythen, Images und Fernsehbildern. Und auf der Glaubwürdigkeit, dem Witz und der Mentalität einer ganzen Region. Der Werbespot des Hauptsponsors Nike stellt folgerichtig nicht etwa die millionenschweren BVB-Kicker in den Mittelpunkt sondern Ede Kowalski, den Mann, der mit „Luft inne Schuhe“ (Nike Air) nichts anfangen kann, aber den Erfolg mit dem modischen Schnickschnack trotzdem genießt. So issat hiier. 
Die Bundesliga braucht solche Typen.

Ganze Geschwader von Fernsehkameras überfallen jedes Wochenende die Stadien auf der Suche nach Charakterdarstellern. In Dortmund gibt man sie ihnen – auf den Rängen und auf dem Rasen: bodenständig, kampfstark, westfälisch trocken, aber mit italienischen Sprachkenntnissen. Der Mythos funktioniert. Borussia ist ein Markenzeichen geworden. 
“Die Profis“ schaut hinter der Kulissen des millionenschweren Star-Ensembles. Der Film beobachtet die Selbstinszenierung des derzeit beliebtesten deutschen Fußball-Klubs – zwischen Öffenlichkeitsarbeit und Kluballtag, zwischen brasilianischem Trainingslager, Europacup in Amsterdam, täglichen Interviews, Massagebank, Vereinsarzt und dem Warten auf das nächste Spiel. Ein Film über Fußball und Entertainment.

Jede Dortmunder Trainingseinheit wird heute von mindestens einem halben Dutzend Kameras beobachtet. Vor den Augen der Öffentlichkeit inszeniert sich der BVB als Profiklub zum Anfassen, als immer noch kleiner Arbeiterverein, der nur durch Kampf zum Erfolg gelangt, als Underdog aus einer Underdogregion. Nirgendwo wird ein Klub-Image so gelebt wie in Dortmund. 
Doch hinter der brodelnden Kulisse der Südtribüne ist aus dem Ballspielverein Borussia Dortmund ein kühl kalkulierendes Unternehmen geworden. Der BVB verkauft die Ware Fußball.

Der Jahresumsatz explodiert (1996: 70 Mio. DM). Deutsche Meisterschaft, Champions League, Stadionausbau, nichts scheint unmöglich. 
Doch die Dortmunder Fußballmanager wissen, daß ihr Erfolg nicht nur auf Toren basiert, sondern auf Mythen, Images und Fernsehbildern. Und auf der Glaubwürdigkeit, dem Witz und der Mentalität einer ganzen Region. Der Werbespot des Hauptsponsors Nike stellt folgerichtig nicht etwa die millionenschweren BVB-Kicker in den Mittelpunkt sondern Ede Kowalski, den Mann, der mit „Luft inne Schuhe“ (Nike Air) nichts anfangen kann, aber den Erfolg mit dem modischen Schnickschnack trotzdem genießt. So issat hiier. 
Die Bundesliga braucht solche Typen.

Ganze Geschwader von Fernsehkameras überfallen jedes Wochenende die Stadien auf der Suche nach Charakterdarstellern. In Dortmund gibt man sie ihnen – auf den Rängen und auf dem Rasen: bodenständig, kampfstark, westfälisch trocken, aber mit italienischen Sprachkenntnissen. Der Mythos funktioniert. Borussia ist ein Markenzeichen geworden. 
“Die Profis“ schaut hinter der Kulissen des millionenschweren Star-Ensembles. Der Film beobachtet die Selbstinszenierung des derzeit beliebtesten deutschen Fußball-Klubs – zwischen Öffenlichkeitsarbeit und Kluballtag, zwischen brasilianischem Trainingslager, Europacup in Amsterdam, täglichen Interviews, Massagebank, Vereinsarzt und dem Warten auf das nächste Spiel. Ein Film über Fußball und Entertainment.

Facts

Erstausstrahlung: 8.4.1996, 21.45 Uhr, ARD
45 Minuten
Einschaltquoten der Erstsendung: 3,15 Mio. / 13,8 % Marktanteil
Weitere Ausstrahlungen: 2. 6.1997, 16.30Uhr, ARD, 28,4 % Marktanteil, WDR 3

    test
  • Feedback

    Herausgekommen ist ein eine Fußball-Halbzeit langes Stück wie ein Bundesliga-Spiel, mit starken und schwachen Szenen, mit Spielmachern und Mitläufern, mit Traumkombinationen und (wenigen) Fehlpässen. Ein Spiel jedoch erheblich besser als viele, die der BVB im zweiten Meisterjahr geboten hat.

    Ruhr-Nachrichten

  • Feedback

    Der passende Jubelstreifen zum erneuten Titelgewinn der Dortmunder ist es nicht, und das ist gut so. Ein bißchen Nachdenklichkeit, immer begleitet von einem kräftigen Augenzwinkern, das richtige Rezept, das die Autoren verwenden. Ein Fußball-Film fast ohne Fußball, der Balance zwischen Volkskultur und Vermarktung auf der Spur. Und dennoch unterhaltsam.

    WAZ

  • Feedback

    Petra Höfer, Heinz Reudenbach und Freddie Röckenhaus, die sich schnell als BVB-Fans zu erkennen geben, verlieren in ihrem gleichermaßen unterhaltsamen wie reflektierenden Bericht aus dem Innern eines Profikaders nicht die notwendige Distanz.

    Westdeutsche Zeitung

  • Feedback

    Das mit spürbarer Sympathie erstellte Feature posaunt keine Meinungen aus, läßt aber ahnen, daß an Borussia weitaus mehr "dran" ist als nur Kommerz. Eine ebenso launige wie nachdenkliche Erkundung im Umfeld des Erfolgsclubs.

    Westfälische Rundschau

  • Feedback

    Ein beachtlicher Versuch, den Mythos eines erfolgreichen Volkstheaters namens Borussia Dortmund zu ergründen.

    taz

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    Elf Freunde sollt ihr sein, das war einmal. Heute schließen auch auf dem Fußballplatz elf Angestellte ein befristetes Bündnis für Arbeit. Das ist zwar schon länger so und von daher auch keine aufregende These, wird aber in dem Film von Petra Höfer, Heinz Reudenbach und Freddie Röckenhaus über den Fußballverein Borussia Dortmund mit hübschen Beispielen illustriert. Die lassen die Dimensionen ahnen, die das Geschäft mit dem Fußball angenommen hat.

    FAZ

  • Feedback

    Schöne Bilder, ein mitunter angenehm ironischer Kommentar ("Seifenoper in 34 Folgen"), viel Sachverstand, ebensoviel Herz: Die Fußball-Bundesliga braucht solche Berichte mindestens genauso wie die abgezockten Profis. Entscheidender noch war, daß die Autoren die Bundesliga einerseits so nahmen, wie sie ist, sie andererseits aber trotz aller eigenen Leidenschaft ganz leidenschaftslos als "gigantische Unterhaltungsmaschine" vorführten.

    epd medien

  • Feedback

    Der Mythos von der großen Familie hat ausgedient. Die Profis leben hinter einer Fassade. "Dahinter kann das Publikum nicht blicken", sagt Lars Ricken. Und falls doch, dann nur 43:30 Minuten. So lange dauerte dieser Streifen.

    Kicker

  • Feedback

    Borussia Dortmund ist ein Verein mit proletarischem Charakter - der ganze Stolz des geradlinigen, arbeitsamen Reviermenschen bricht sich Bahn im Jubel über einen Sieg der Borussen. Daß Fußball die großen Fragen von Geld, Glück und Charakter trefflich spiegelt, zeigten in dem gelungenen Feature die Filmemacher Petra Höfer, Heinz Reudenbach und Freddie Röckenhaus mit ihrem Borussen-Portrait.

    Die ZEIT

  • Feedback

    Wer sich von der Reportage Die Profis über den BVB eine Bestätigung der sattsam bekannten Mythen erwartet hatte, wonach in Dortmund noch mit Herz gespielt wird, wogegen bei uns im Süden die kühl kalkulierenden Yuppiefußballer am Werk sind, der wurde aufs Angenehmste enttäuscht. Höfer, Reudenbach und Röckenhaus zeichneten ihr 45-Minuten-Portrait des alten und neuen Meisters als das eines Vereins, in dem kühl kalkulierende Strategen und professionelle Pflichterfüllung am Werk sind.

    Süddeutsche Zeitung

Credits

Ein Film von:
Petra Höfer
Freddie Röckenhaus
Heinz Reudenbach
Kamera:
Martin Schmitz
Brian Sewell
Schnitt:
Miriam Peter

Redaktion:
Jürgen Thebrath (WDR)

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