Deutschland von oben 2


Folge 6: Fluss

Verglichen mit Frankreich, Italien oder Spanien hat Deutschland nur relativ kurze Küstenstrecken. Doch nichts prägt Deutschland so, wie das Wasser. Dass unser Land aus der Vogelperspektive so grün aussieht, voller Bäume und Wälder, Wiesen, Äcker und Parks, liegt nicht zuletzt daran, dass es bei uns so viel regnet. Entlang der Flüsse konnten Waren, Informationen, Kultur und natürlich auch der Mensch schon früh reisen.

Als das Reisen noch beschwerlich und langsam war, wurden die deutschen Gewässer schon als Transportwege genutzt. Und wir ahmen das Netzwerk des Wassers überall nach: Bei unseren Warenströmen über die Straßen, bei der Verteilung von Strom, Gas, Kohle und Öl. Alles fließt im Industrieland Deutschland. Und selbst vor unseren Küsten sollen in Zukunft Windparks auf hoher See Energie heranschaffen. Die Häfen, Hamburg und Bremen allen voran, bleiben Umschlagplätze – auch wenn sie sich ständig verändern. Und manchmal muss der Hafen sogar dem Fluss dorthin folgen, wohin er sein Bett verlegt. Wie beim gigantischen Binnenhafen von Duisburg-Ruhrort, am Zusammenfluss von Rhein und Ruhr.

Die Römer nutzten den wichtigsten deutschen Fluss, den Rhein, für den Vormarsch Richtung Norden. In Xanten am Niederrhein stampften sie ihre zeitweise größte Stadt nördlich der Alpen aus dem Boden. Im Archäologischen Park von Xanten, heute westlichster Punkt des Ruhrgebiets, sind einige der römischen Prachtbauten wieder aufgebaut worden. Doch die Römer reisten von dort noch weiter ins Ungewisse. Gleich gegenüber von Xanten, auf der anderen Rheinseite, fuhren die Legionäre den Nebenfluss Lippe hinauf. Von den Feldlagern entlang der Lippe schlugen sie sich schließlich Richtung Norden durch die Urwälder der westfälischen Wälder. Heute sucht der Bochumer Luftbildarchäologe Bao Song vom Propeller-Flugzeug aus die aus der Vogelperspektive sichtbaren Überreste der Römer-Lager, am Nordrand des heutigen Ruhrpotts. Auch jenes Lager, in das sich Feldherr Varus und seine geschundenen Legionäre nach der Schlacht gegen Hermann den Cherusker flüchteten.

Der Rhein blieb zwei Jahrtausende die Kulturachse Deutschlands. Die Burgen am Mittelrhein, von Burg Katz und Burg Maus bis zum wuchtigen Rheinfels, sind heute Unesco-Weltkulturerbe. Wie eine Architektur- und Macht-Ausstellung thronen sie an den Spornen der steilen Rheinufer, für die Reisenden schon in alten Zeiten gut sichtbar. Und mit Zollstationen alle paar Flusskilometer.

Heute siedeln entlang des Rheins besonders viele große Industrien, darunter die stromverschlingenden chemischen Großfabriken von BASF, über Hoechst bis zu Bayer, gleich nebenan von riesigen Kraftwerks-Komplexen eingerahmt, die das Rheinwasser zum Kühlen von Kernkraft-Reaktoren und konventionellen Turbinen entnehmen – und es anschließend aufgewärmt wieder in den Strom zurückpumpen. Bei Duisburg liegen die letzten Hochöfen des Landes am Rheinufer, weil sich die Rohstoffe so am günstigsten anliefern lassen. Die Abwässer, selbst die aus den Klärwerken, sind heute meist sauberer, als das eigentliche Flusswasser. Aber die Erwärmung des Wassers unserer Flüsse erzeugt Probleme. An vielen Orten prüft die Polizei inzwischen mit Infrarot-Kameras und aus dem Hubschrauber heraus, mit welcher Temperatur Abwasser in den Neckar oder in den Rhein gepumpt werden.

Doch nicht nur der Rhein und seine vielgenutzten Nebenflüsse Neckar, Main und Ruhr prägen das Land. Aus der Luft betrachtet scheint entlang der Elbe die Zeit beinahe stehengeblieben. Nirgendwo ist so viel Platz für Wasservögel, wie in der Elbtalaue, in der sich im Spätsommer die Jungstörche der Saison startklar für den Winterurlaub im Süden machen. Ganz allein, ohne die Eltern-Tiere. Genau umgekehrt ist es am Niederrhein und an der Emsmündung und Dollart, wo hunderttausende von Wildgänsen aus der Arktis und Sibirien überwintern – weil es bei uns im Dezember und Januar geradezu angenehm milde für sie ist. Wenn sie im Frühjahr abreisen, dann grundsätzlich nur im Familienverbund, weil die Jungtiere sonst den Weg nicht finden würden.

Das milde Klima und die Erwärmung von Flüssen und Nordsee führt auch zur Ansiedlung neuer Pflanzenarten. Über der Elbmündung werden diese mit komplexen Messverfahren vom Flugzeug aus kartiert und überwacht.

Auch auf Helgoland, Deutschlands einziger Hochsee-Insel, finden es die stattlichen Kegelrobben so vergleichsweise angenehm, dass sie inzwischen rund um Weihnachten an den Stränden der Düne ihre Jungen zur Welt bringen. Auf dem Helgoländer Turmfelsen, der Langen Anna, brüten im Frühjahr die Lummen. Und etwas weiter südlich, am Strand der ostfriesischen Insel Juist, setzen die Helfer von der Robben-Aufzuchtstation in Norddeich jeden Herbst die mühsam aufgepeppelten Heuler aus. Aus der Luft sieht man am besten, wie schwer manchen der Abschied fällt. Auf beiden Seiten.

Als das Reisen noch beschwerlich und langsam war, wurden die deutschen Gewässer schon als Transportwege genutzt. Und wir ahmen das Netzwerk des Wassers überall nach: Bei unseren Warenströmen über die Straßen, bei der Verteilung von Strom, Gas, Kohle und Öl. Alles fließt im Industrieland Deutschland. Und selbst vor unseren Küsten sollen in Zukunft Windparks auf hoher See Energie heranschaffen. Die Häfen, Hamburg und Bremen allen voran, bleiben Umschlagplätze – auch wenn sie sich ständig verändern. Und manchmal muss der Hafen sogar dem Fluss dorthin folgen, wohin er sein Bett verlegt. Wie beim gigantischen Binnenhafen von Duisburg-Ruhrort, am Zusammenfluss von Rhein und Ruhr.

Die Römer nutzten den wichtigsten deutschen Fluss, den Rhein, für den Vormarsch Richtung Norden. In Xanten am Niederrhein stampften sie ihre zeitweise größte Stadt nördlich der Alpen aus dem Boden. Im Archäologischen Park von Xanten, heute westlichster Punkt des Ruhrgebiets, sind einige der römischen Prachtbauten wieder aufgebaut worden. Doch die Römer reisten von dort noch weiter ins Ungewisse. Gleich gegenüber von Xanten, auf der anderen Rheinseite, fuhren die Legionäre den Nebenfluss Lippe hinauf. Von den Feldlagern entlang der Lippe schlugen sie sich schließlich Richtung Norden durch die Urwälder der westfälischen Wälder. Heute sucht der Bochumer Luftbildarchäologe Bao Song vom Propeller-Flugzeug aus die aus der Vogelperspektive sichtbaren Überreste der Römer-Lager, am Nordrand des heutigen Ruhrpotts. Auch jenes Lager, in das sich Feldherr Varus und seine geschundenen Legionäre nach der Schlacht gegen Hermann den Cherusker flüchteten.

Der Rhein blieb zwei Jahrtausende die Kulturachse Deutschlands. Die Burgen am Mittelrhein, von Burg Katz und Burg Maus bis zum wuchtigen Rheinfels, sind heute Unesco-Weltkulturerbe. Wie eine Architektur- und Macht-Ausstellung thronen sie an den Spornen der steilen Rheinufer, für die Reisenden schon in alten Zeiten gut sichtbar. Und mit Zollstationen alle paar Flusskilometer.

Heute siedeln entlang des Rheins besonders viele große Industrien, darunter die stromverschlingenden chemischen Großfabriken von BASF, über Hoechst bis zu Bayer, gleich nebenan von riesigen Kraftwerks-Komplexen eingerahmt, die das Rheinwasser zum Kühlen von Kernkraft-Reaktoren und konventionellen Turbinen entnehmen – und es anschließend aufgewärmt wieder in den Strom zurückpumpen. Bei Duisburg liegen die letzten Hochöfen des Landes am Rheinufer, weil sich die Rohstoffe so am günstigsten anliefern lassen. Die Abwässer, selbst die aus den Klärwerken, sind heute meist sauberer, als das eigentliche Flusswasser. Aber die Erwärmung des Wassers unserer Flüsse erzeugt Probleme. An vielen Orten prüft die Polizei inzwischen mit Infrarot-Kameras und aus dem Hubschrauber heraus, mit welcher Temperatur Abwasser in den Neckar oder in den Rhein gepumpt werden.

Doch nicht nur der Rhein und seine vielgenutzten Nebenflüsse Neckar, Main und Ruhr prägen das Land. Aus der Luft betrachtet scheint entlang der Elbe die Zeit beinahe stehengeblieben. Nirgendwo ist so viel Platz für Wasservögel, wie in der Elbtalaue, in der sich im Spätsommer die Jungstörche der Saison startklar für den Winterurlaub im Süden machen. Ganz allein, ohne die Eltern-Tiere. Genau umgekehrt ist es am Niederrhein und an der Emsmündung und Dollart, wo hunderttausende von Wildgänsen aus der Arktis und Sibirien überwintern – weil es bei uns im Dezember und Januar geradezu angenehm milde für sie ist. Wenn sie im Frühjahr abreisen, dann grundsätzlich nur im Familienverbund, weil die Jungtiere sonst den Weg nicht finden würden.

Das milde Klima und die Erwärmung von Flüssen und Nordsee führt auch zur Ansiedlung neuer Pflanzenarten. Über der Elbmündung werden diese mit komplexen Messverfahren vom Flugzeug aus kartiert und überwacht.

Auch auf Helgoland, Deutschlands einziger Hochsee-Insel, finden es die stattlichen Kegelrobben so vergleichsweise angenehm, dass sie inzwischen rund um Weihnachten an den Stränden der Düne ihre Jungen zur Welt bringen. Auf dem Helgoländer Turmfelsen, der Langen Anna, brüten im Frühjahr die Lummen. Und etwas weiter südlich, am Strand der ostfriesischen Insel Juist, setzen die Helfer von der Robben-Aufzuchtstation in Norddeich jeden Herbst die mühsam aufgepeppelten Heuler aus. Aus der Luft sieht man am besten, wie schwer manchen der Abschied fällt. Auf beiden Seiten.

Facts

Ausgezeichnet mit dem Deutschen Kamerapreis
Ausstrahlungstermine
Mittwoch, 18. Mai 2011 um 20:15 Uhr, ZDFneo
Sonntag, 05. Juni 2011 um 19.30 Uhr, ZDF

    test
  • Feedback

    Toller Erfolg für die Reihe „Deutschland von oben“, die dem ZDF schon im vergangenen Jahr auf dem Terra X-Sendeplatz am Sonntag-Vorabend starke Quoten eingebracht hatte: In diesem Jahr wollten zum Auftakt der zweiten Staffel sogar noch mehr Zuschauer einen Blick aus der Vogelperspektive aufs Land werfen.

    DWDL

  • Feedback

    Als vor einem Jahr die erste Staffel Deutschland von oben im ZDF lief, gelang dem Fernsehen mit der dreiteiligen Dokumentation etwas Seltenes: Es überraschte. Das Projekt in der Reihe Terra X entschlüsselte mit Luftaufnahmen in hochauflösender Technik und Computeranimationen, was Städteforscher und Archäologen daraus erkennen können – Grundrisse mittelalterlicher Kastelle, jahrhundertealte Verkehrswege. (…)Vor allem aber kam Deutschland von oben genau zu der Zeit, um uns zu zeigen, wie unsere Vorstellung von der Welt sich gerade verwandelt. Die Vogelperspektive ist ja kein neues filmisches Mittel, aber das 21. Jahrhundert hat es in einen anderen Zusammenhang gestellt. Die Zoomfahrt von weit oben in die Städte hinein ist seit Google Earth die zeitgenössische Art sich auf der Benutzeroberfläche Erde zu orientieren. (…)Die Filmemacher Petra Höfer und Freddie Röckenhaus (der Autor des Sportressorts dieser Zeitung ist) haben im Hubschrauber und Flugzeug mit Deutschland von oben Bildungsfernsehen inszeniert, das emotional, schnell geschnitten und schön ist, und dabei dichte Informationen über deutsche Geschichte und Geografie transportiert.

    Süddeutsche Zeitung

  • Feedback

    Der Überblick von ganz oben vermag unsere sonst so eingeschränkte Sicht der Dinge nicht nur im buchstäblichen Sinn zu ver- ändern. Ein Jahr lang bestiegen die Filmautoren Petra Höfer und Freddie Röckenhaus diverses Fluggerät , um ihr Heimatland einmal nach augenfälligen, geographischen Strukturen zu durchkämmen. (…) Aufwendige Animationen und beeindruckende Zeitraffer-Aufnahmen schärfen dabei den Blick für Details. Besonders eindrucksvoll fallen etwa die Rundflüge über Karlsruhe, München und Eisenhüttenstadt aus, die aktuelle Stadtplanungsprojekte erkennen lassen.

    Frankfurter Neue Presse

  • Feedback

    Überflieger – “ Terra X“: „Deutschland von oben 2″ (…) – 4,63 Millionen Zuschauer sahen am Sonntag, 15. Mai 2011, 19.30 Uhr, den Auftakt zur zweiten Staffel der Reihe „Deutschland von oben“. (…) Damit knüpft die ZDF-Dokumentation an den Erfolg der ersten Staffel an, die mit bis zu 4,57 Millionen Zuschauern (15,4 Prozent Marktanteil) im Mai 2010 ihr Publikum fand. Alexander Hesse, Leiter der Redaktion „Geschichte und Gesellschaft“: „Innerhalb eines Jahres sind uns wieder magische Aufnahmen von einem Land gelungen, das enorm viele Facetten bietet und das die Zuschauer so noch nicht gesehen haben – sonst wären nicht wieder dermaßen viele Zuschauer mitgeflogen.“

    Finanznachrichten Web

  • Feedback

    Manche Wunder sieht man nur von oben. Wenn tiefblaue Seen wie Puzzleteilchen im üppigen Grün liegen oder die Straßen der Städte verblüffende Muster bilden, zeigt sich die Heimat völlig neu. Diesen Höhenrausch verschafft uns jetzt die ZDF-Reihe „Deutschland von oben 2″ (…).Vor einem Jahr verblüffte „Deutschland von oben“ mit sensationellen Luftaufnahmen. Jetzt hebt die „Terra X“-Reihe wieder ab. Spezialhubschrauber, Gleitschirmflieger, ein Zeppelin und sogar Vögel waren dafür zwölf Monate im Kameraeinsatz. Steinadler Sky, ausgestattet mit einer Minikamera auf dem Rücken, filmte imposante Szenen aus den Bergen. Mehr Vogelperspektive geht nicht. Auch die drei neuen Folgen gliedern sich nach dem Motto „Stadt, Land, Fluss“. Computeranimationen und Zeitrafferaufnahmen runden den Fernseh-Höhenflug ab.

    Hörzu

  • Feedback

    „Deutschland von Oben“ erlebt die zweite Staffel. Die Dortmunder Filmemacher Freddie Röckenhaus und Petra Höfer präsentieren wieder spektakuläre Luftbilder der Republik, darunter eine Nachtaufnahme des Dortmunder „U“.

    Westdeutsche Allgemeine Zeitung

  • Feedback

    Deutschland ist von einem Städtenetz durchzogen. Neben den zehn großen Metropolen Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart, Düsseldorf, Dortmund, Essen und Bremen gibt es Hunderte von mittelgroßen und kleineren Ortschaften, in denen heute 85 Prozent der Deutschen leben. Auch die zweite Staffel der Doku-Reihe „Deutschland von oben“ schaut aus der Luft auf unsere Siedlungen und entlockt ihnen ungewöhnliche Perspektiven sowie manche Geheimnisse – etwa bei der Fahrt mit dem einzigen deutschen Zeppelin (…).

    Mainzer Rhein-Zeitung

  • Feedback

    Dokumentationen wie „Terra X“ (Deutschland von oben …) kommen auch beim jungen Publikum gut an.

    Kölner Stadtanzeiger

  • Feedback

    „Deutschland von oben“ – 4.6 Mio. Zuschauer sahen Sonntagabend im ZDF den ersten von drei Teilen aus der „Terra X“-Reihe. Besonders spannend: Die Bilder vom Ipf dem majestätischen Berg auf der Schwäbischen Alb, der sich 668 Meter hoch, ganz alleinstehend, in den Himmel erhebt.

    Bild-Zeitung -Ausgabe Rhein-Main

Credits

Buch, Regie, Produktion: Petra Höfer und Freddie Röckenhaus

Helikopter Kamera: Peter Thompson

Kamera: Marcus von Kleist, Ingmar Lindner u.a.

Schnitt: Jörg Wegner, Maren Grossmann

Realisatoren: Friederike Schmidt-Vogt, Kay Schlasse, Francesca D`Amicis, Johannes Fritsche

Produktionsleitung: Svenja Mandel

Sprecher: Leon Boden

Redaktion: Alexander Hesse (ZDF), Katharina Rau (ZDF)

Eine Produktion von colourFIELD im Auftrag des ZDF

Alle Credits

Related Films