Blut und Spiele


(2) Das Netz der Doper

Der spanische Nachwuchs-Star Jesus Manzano fiel 2003 bei der Tour de France halbtot vom Rad, danach packte er aus. Es folgten Razzien und Teil-Geständnisse, doch bald dominierte wieder das vertraute Bild: Täter ohne Schuldbewusstsein, Ärzte ohne Moral, ein Kartell aus Leistungs-Fetischisten und Heuchlern.

Dem Nachwuchs bleibt angesichts der maßlos übersteigerten Leistungsnormen wohl nur die Wahl: Mitdopen oder die Karriere vergessen. Funktionäre und Sponsoren propagieren in Festtagsreden den sauberen Sport und setzen zugleich die Athleten unter maximalen Erfolgsdruck. Der siebenfache Tour-de-France-Gewinner Lance Armstrong wusste damit umzugehen: Er setzte kühl kalkulierend auf die Chancen, die ihm Doping bot, und hängte die anderen Fahrer ab.

Bei Blut und Spiele 2 kommen u.a. zu Wort: Die Radprofis Jesus Manzano, Jörg Jaksche und der langjährige Weggefährte von Lance Armstrong, Frankie Andreu und dessen Ehefrau Betsy Andreu. Der Präsident des Welt-Radsport-Verbandes UCI, Pat McQuaid und Rennstall-Direktor Gianluigi Stanga vom Team Milram. Die Doping-Experten Sandro Donati und Werner Franke, der Erfinder des ersten EPO-Testverfahrens, Robin Parisotto, die Leichtathletin Kelli White, der Le-Monde-Journalist Stephane Mandard und der EPO-Spezialist der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA, Bengt Saltin und der Lance-Armstrong-Experte und Buchautor David Walsh.

Dem Nachwuchs bleibt angesichts der maßlos übersteigerten Leistungsnormen wohl nur die Wahl: Mitdopen oder die Karriere vergessen. Funktionäre und Sponsoren propagieren in Festtagsreden den sauberen Sport und setzen zugleich die Athleten unter maximalen Erfolgsdruck. Der siebenfache Tour-de-France-Gewinner Lance Armstrong wusste damit umzugehen: Er setzte kühl kalkulierend auf die Chancen, die ihm Doping bot, und hängte die anderen Fahrer ab.

Bei Blut und Spiele 2 kommen u.a. zu Wort: Die Radprofis Jesus Manzano, Jörg Jaksche und der langjährige Weggefährte von Lance Armstrong, Frankie Andreu und dessen Ehefrau Betsy Andreu. Der Präsident des Welt-Radsport-Verbandes UCI, Pat McQuaid und Rennstall-Direktor Gianluigi Stanga vom Team Milram. Die Doping-Experten Sandro Donati und Werner Franke, der Erfinder des ersten EPO-Testverfahrens, Robin Parisotto, die Leichtathletin Kelli White, der Le-Monde-Journalist Stephane Mandard und der EPO-Spezialist der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA, Bengt Saltin und der Lance-Armstrong-Experte und Buchautor David Walsh.

Facts

2 x 45 Minuten
Erstausstrahlung: 15. August 2007, ARD

    test
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    „Filmisch ist „Blut und Spiele“ gut gemacht, die nachgestellten Szenen sind stets geheimnisvoll-düster inszeniert. Die Dokumentation zeichnet ein erschreckendes Bild vom Ausmaß des Dopings und leistet damit mehr, als ARD und ZDF in den vergangenen Jahren beim Thema Doping zu Stande gebracht haben. Schon deshalb muss man als Zuschauer hoffen, dass es demnächst heißt: Fortsetzung folgt.“

    epd medien

  • Feedback

    „Man denkt während dieses erhellenden Zweiteilers oft darüber nach, wie die Fortsetzung aussehen könnte, wo dann all das weiter ausgeführt werden könnte, was in den jetzigen beiden Filmen nur angerissen werden konnte. Das spricht für die Qualität von „Blut und Spiele“.“

    Funkkorrespondenz

  • Feedback

    „Eine aufwendig recherchierte, seriöse und spannende Dokumentation.“

    Westfalenpost

  • Feedback

    „Eine ambitionierte zweiteilige Dokumentation (…), die so gar nicht in den Hurra-Journalismus öffentlich-rechtlicher Sportreporter der letzten Jahre passen will.“

    Neues Deutschland

  • Feedback

    „Es ist erschütternd, was Petra Höfer, Freddie Röckenhaus und Francesa D’Amicis in der Dokumentation „Blut und Spiele“ zusammengetragen haben. (…) Wie es sich für ein gutes Feature gehört, zeigt „Blut und Spiele“ (also), dass Doping kein Einzelfall ist. (…) Aufgerollt wird der Fall des Weltrekord-Sprinters Ben Johnson, dem 1988 die Goldmedaille aberkannt wurde – ein Bauernopfer, so die These des Films. Das System brauche Einzeltäter, um überleben zu können.“

    Taz – Die Tageszeitung

  • Feedback

    „Der Film „Blut und Spiele (…)“ von Petra Höfer, Freddie Röckenhaus und Francesca D’Amicis (…) ist eine qualitätvolle Reportage, die wohltuend auf Moralisieren verzichtet.“

    FAZ – Frankfurter Allgemeine Zeitung

  • Feedback

    „Es geht nicht um die Bloßstellung des nächsten Radsport-Sünders, es geht um ein System, das Doping erst möglich macht, vom Doping lebt, es vielleicht sogar braucht. Es geht um die wahren Schuldigen. Nicht um den Athleten, der erwischt wird, sondern um jene, die ein Interesse daran haben, dass sich nicht viel ändert oder wenigstens nicht ganz so schnell.“

    Süddeutsche Zeitung

  • Feedback

    „Besondere Qualität des Reports: die offenen Statements von Experten wie Robin Parisotto (Australien) über Vertuschungstricks und Doping-Deals. (…) Die drei Autoren haben für ihre Dokumentation einen beachtlichen Aufwand getrieben, um das globale Doping-Netzwerk transparent zu machen. In einer Vielzahl von Statements machen (vornehmlich US-amerikanische) Experten und Ex-Sportler deutlich, dass es sich bei den Ertappten nicht um schwarze Schafe der Leichtathletik handelt, sondern dahinter ein flächendeckendes System steht, an dessen Erhalt auch Sportverbände, Medien und Zuschauer trotz aller Empörung über die Sünder mitwirken.“

    Hamburger Abendblatt

  • Feedback

    „Was dem Trio um Freddie Röckenhaus im Auftrag des WDR (aber) gelang, war ein anschaulicher Blick auf das Ausmaß und die Perfidie, mit der gelogen und betrogen wird. Wie schon im ersten Teil (…) bestand das große Plus des Beitrags in den aussagekräftigen Gesprächspartnern.“

    Kölner Stadt-Anzeiger

  • Feedback

    „Und auch wenn das deutsche System kaum zur Sprache kommt und etwa mit Blick auf die sauberen Olympia-Teilnehmer aus den USA einige Verschwörungstheorien konstruiert werden (denen dann aber nicht nachgegangen wird), bietet die ARD mit den beiden Stücken etwas, das ihrer Sportberichterstattung lange gefehlt hat.“

    Frankfurter Rundschau

  • Feedback

    „Hintergründe, fein gefiltert aus einem breitem Spektrum, zugespitzt auf Einzelfälle und nicht nur auf den Radsport fokussiert.“

    Westfälische Rundschau

  • Feedback

    „Auch das Publikum will vieles nicht wahrhaben. Dazu ist Sport zu faszinierend. Das zeigen die Autoren. Zwischen Zeugen und Dokumenten sehen wir Läufe in Zeitlupe, mit Musik unterlegt, und spüren die Verführung, erinnern uns, warum wir uns überhaupt so sehr für Spitzensport interessieren. Nicht zufällig klingt im Filmtitel das römische Prinzip zur Befriedigung der Massen, „Brot und Spiele“, an.“

    Westfalenpost

  • Feedback

    „Die große Stärke der Dokumentation ist, dass sie dem Publikum dessen eigene Sensationsgier immer wieder vor Augen führt: Unterlegt von dramatischer Musik zeigen die Macher dem Zuschauer packende Szenen aus verschiedenen 100-Meter-Läufen, die einen das Dopingproblem kurz vergessen lassen – nur um gleich darauf wieder umso stärker daran zu erinnern, wenn die Kamera beispielsweise das lachende Gesicht des Doping-Sünders Ben Johnson zeigt. Den Autoren Höfer, Röckenhaus, D’Amicis gelingt nicht nur dieses Spiel mit dem Zuschauer, auch ihre Recherchearbeit verdient Respekt. Selten dürften ausländischen Journalisten die amerikanische Leichtathletik-Szene derart gründlich unter die Lupe genommen haben.“

    Die Welt

  • Feedback

    „In bewundernswerter Fleißarbeit haben die Autoren Petra Höfer, Freddie Röckenhaus (der auch Autor dieser Zeitung ist) und Francesca D’Amicis Zeugen befragt. Im ersten Teil sind das vor allem Amerikaner. Es sind vor allem jene, die das Doping-Spiel mitgespielt haben, Sportler, Trainer, Ärzte. Der des Dopings überführte Läufer Ben Johnson ist nur einer aus der Riege, die Autor Röckenhaus mehr oder minder scherzhaft „die dunkle Seite“ der Angelegenheit nennt.“

    Süddeutsche Zeitung

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    „Ein Verdienst dieser Dokumentation besteht auch darin, dass hier Experten zu Wort kommen, die bisher selten auf dem Bildschirm zu sehen waren.“

    Financial Times Deutschland

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    „Bei der Berichterstattung über Doping fiel in den vergangenen Wochen auf, dass immer dieselben Experten zu Wort kommen. Dieser vom WDR verantwortete ARD-Zweiteiler (Produktion: colourfield) hebt sich davon ab: Die Autoren haben mit amerikanischen und kanadischen Fachleuten gesprochen, die bisher selten oder gar nicht auf dem Bildschirm zu sehen waren – darunter auch einstige Protagonisten des Doping-Systems, etwa der Chearzt der US-Olympia-Teams von 1988 (Seoul).“

    Funkkorrespondenz

  • Feedback

    „Unzählige, hochinteressante Fragen werden gestellt, und hochspezialisierte Kenner kommen zu Wort.“

    Senioren OnLine

  • Feedback

    „Unter Federführung der ARD-Doping-Redaktion sprachen die Autoren des Zweiteilers mit Organisatoren und Nutznießern des Dopingnetzwerkes, die teilweise mit entwaffnender Offenheit über ihre verbotene Leistungssteigerung reden.“

    ddp

  • Feedback

    „Zur dichten und authentischen Atmosphäre des Zweiteilers von Petra Höfer, Freddie Röckenhaus und Francesca D’Amicis tragen zahlreiche Interviews mit Athleten, Dopern, Ex-Fahndern, Ex-Labormitarbeitern und weiteren Insidern bei. (…) „Blut und Spiele“ (…) bietet eine Orientierung in der Flut aktueller Skandale und Enthüllungen: Der Höchst-Leistungssport auf dem Prüfstand.“

    3athlon ezine

Credits

Buch, Regie, Produktion: Petra Höfer, Freddie Röckenhaus und Francesca D’Amicis

Kamera: Samir Saad, Thomas Schäfer, Simone Pera

Schnitt: Jörg Wegner

Realisatoren: Sandra Schmidt, Javier Cáceres, Thomas Kistner, Gisela Kaufmann

Produktionsleitung: Svenja Mandel

Sprecher: Leon Boden

Redaktion: Jürgen Thebrath (WDR), Ulrich Loke (WDR)

Eine Produktion von colourFIELD im Auftrag des WDR

Alle Credits

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